Globalisierung, Kostenoptimierung, Digitalisierung und Nutzung moderner Kommunikationsmittel erleichtern einerseits den Zugang zu neuen Beschaffungsmärkten, bergen aber auch das Risiko, dass wichtige Entwicklungen verpasst werden. Im klassischen Einkauf, wo Savings oft das Ziel aller Ziele sind, droht dies in einer schnelllebigen Zeit zu einem gefährlichen Spiel zu werden. Die nachhaltige Versorgung der eigenen Wertschöpfungskette ist dabei ein hoher Einsatz in diesem Spiel.

Savings als Ziel: Historie


Die klassische Beschaffung in einem relativ statischenUmfeld kann davon ausgehen, dass die Anforderungen an die beschafften Artikel und Dienstleistungen und deren Einbindung in die eigene Wertschöpfungskette stabil sind. Auch die Lieferantenbeziehungen sind in den meisten Fällen langfristig und etabliert. Änderungen oder gar neue Artikel oder Lieferanten sind hier die Ausnahme. Dementsprechend liegt der Fokus auf der Wirtschaftlichkeit. Savings sind hier nachvollziehbare und auch sinnvolle Zielsetzungen, um die Kosten zu senken und die Wertschöpfungskette zu optimieren.
In vielen Bereichen sind zwar die Savings im Einkauf weiterhin ein Ziel – nur die stabile Ausgangslage ist nicht mehr. In vielen Branchen ist heute die Veränderung die Regel und der stabile Zustand in der Wertschöpfungskette die Ausnahme. Entsprechend verändert haben sich auch die Anforderungen an die beschafften Artikel und Dienstleistungen. Neben den Kosten ist die Anpassung der Anforderungen und der Produktionsprozesse der Lieferanten entscheidend geworden. Auch die zeitliche Flexibilität der Lieferanten ist heute wesentlich. Mit der Erweiterung der Technologien und der schnelleren Innovationszyklen ist auch der geeignete Lieferant nicht mehr immer derselbe. In der Praxis heisst dies, dass der seit langem etablierte und im Vergleich preislich günstigste Lieferant unter Umständen sehr teuer werden kann – dann nämlich, wenn die Artikel die Anforderungen an die Verwendung in unserer Wertschöpfungskette nicht mehr erfüllen. Es gilt in unserer individualisierten und flexiblen Welt die Kosten über die gesamte Wertschöpfungskette zu betrachten.
 

Partnerschaftlich, erfolgreich

Erfolgreich sind Unternehmen, die Beschaffung als Verlängerung der eigenen Wertschöpfungskette verstehen und mit einem ganzheitlichen Ansatz eines Supplier Quality Management praktizieren. Dies bedeutet eine Abstimmung der Anforderungen bei der Auswahl der Lieferanten sowie in der Beschaffung zwischen Entwicklung, Produktion, Qualität und Beschaffung. Die Zusammenarbeit mit den strategischen Zulieferpartnern führt zu einem stetigen Verbesserungsprozess, der eine optimale Beschaffung generiert. In der Praxis werden solche Modelle bereits eingesetzt und führen nicht nur zu einer günstigen Beschaffung, sondern auch zu massiver Reduktion der Fehlerkosten aufgrund von Zulieferartikeln. Gehen wir also mit einem ganzheitlichen Ansatz basierend auf den Anforderungen aus unserer Wertschöpfungskette an die Aufgabe eines Supplier Quality Management, können wir über unseren Gesamtprozess in der heutigen, dynamischen Umwelt wesentlich mehr Geld sparen als über klassische Savings im Einkauf.

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