Künstliche Intelligenz Viele Erwartungen bei den Unternehmen werden noch nicht erfüllt. In einer guten Position sind die zielgerichteten Angebote kleiner Firmen.

Die Erwartungen sind nach wie vor hoch: Dank künstlicher Intelligenz (KI) werden Maschinen laufend klüger und leistungsfähiger. Auch wenn es zu partiellen Rückschlägen oder verlangsamten Innovationen kommt – die wirklich «intelligente» und autonome Entscheidungsfähigkeit von Maschinen scheint noch weit entfernt –, macht das maschinelle Lernen erstaunliche Fortschritte.

Das sieht man in vielen Bereichen: Intelligente Assistenten tauchen immer mehr in unsere Wohnungen ein, sprachaktivierte digitale Assistenten machen Übersetzungen in unbekannte Sprachen möglich, Operationsroboter führen bei Patientinnen und Patienten medizinische Eingriffe durch, Algorithmen erkennen bei Versicherern problematische Passagen in Verträgen. Laufend entstehen KI-basierte Systeme, die durch eigene Erfahrungen lernen, sich an neue Situationen anzupassen und Abstraktionen und Analogien zu verstehen.

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Es bleibt natürlich schwierig, den technologischen Fortschritt vorherzusagen, aber einiges deutet darauf hin, dass Supercomputer schon bald annähernd gleich viele Operationen pro Sekunde ausführen können wie menschliche Gehirne.

Ein Wandel passiert gerade auch bei Konkurrenzanalysen. Erfolgten sie bis anhin über das Zählen von Paletten an Lieferrampen, über das Nachverfolgen der Belegung von Parkplätzen und anekdotische Berichte ehemaliger Angestellter des Mitbewerbers, geht das heute auch über die digitale Analyse des Webauftritts.

Dienstleister wie Arg You, eine auf Wirkungsforschung und webbasierte Konkurrenzanalysen spezialisierte Firma in Zug, ermitteln solche Hinweise. Anstelle von Augen und Ohren treten KI und Machine Learning. «Beides kommt vor allem bei der Erfassung von Werbevorlagen zum Zug», sagt CEO Christoph Glauser. «Die Maschine lernt hier, liefert für ähnliche Inserate laufend immer noch bessere Resultate bei der Erfassung und wird dadurch schneller. Noch vor fünf Jahren hätten wir mindestens 14 Tage für die Analyse gebraucht, heute benötigen wir noch wenige Sekunden.»

Die Prognosen darüber, wie vernetzte Daten, maschinelles Lernen und die Automatisierungsfähigkeiten Wirtschaft und Unternehmen verändern werden, sind – bei aller Vorsicht – inspirierend. Daher ist es sinnvoll, wenn es übergeordnete Initiativen – etwa von Verbänden oder der Wirtschaftsförderung – gibt, damit sich kleine und mittlere Unternehmen, die in KI investieren und Technologieentwicklung betreiben wollen, vernetzen und lernen können, um die Einführung der KI in ihrem Unternehmen zu ermöglichen.