Gerade in der Corona-Krise ist das Problem plötzlich auf ungeahnte Weise virulent geworden: Zahlreiche Kleinbetriebe in der Schweiz sind im stationären Handel blockiert und im On-line-Handel noch nicht angekommen. Ihr Geschäft steht still, während gerade grosse Online-Händler wie Digitec und Brack oder internationale Konzerne wie Amazon oder auch Google Shopping boomen.

Raus aus den Kinderschuhen

Hinter diesem Dilemma steht eine strukturelle Herausforderung, vor der schon seit längerem insbesondere kleine Handwerksbetriebe, Hofläden, Second-hand-Shops, Floristen, Beizen und viele andere Geschäfte stehen, erklärt Vanessa Marr. Sie verantwortet seit etwas mehr als einem Jahr die fünfköpfige E-Commerce-Sparte der einst als Telefonbuchanbieterin gross gewordenen Localsearch. Für sie steht ausser Frage, dass KMU durch eine einfache, schnelle und bezahlbare digitale Transformation im Business bleiben können. Statt Umsatzeinbussen hinzunehmen, sollten sie sich die im Internet schlummernden Möglichkeiten im Verkauf erschliessen – für sie ist es tatsächlich an der Zeit, ihren Dornröschen-Dämmerzustand im Online-Business zu beenden.

Am Puls der Kleinfirmen

Doch geschehe das nicht nur mit Investitionen. Wichtig sei, dass sich ein Kleinbetrieb überhaupt erst einmal auf den digitalen Handel einlasse. Marr konstatiert nämlich auch, dass der rasche Aufbau von einem Online-Shop für viele KMU noch Neuland ist und ein Umdenken erfordert.

Vielfach befinden sich die Kleinbetriebe noch auf einem Stand, in dem entweder noch keine Websites existieren oder diese noch statische, in sich geschlossene Lösungen darstellen, die oft einfach nur der Information dienen. Weder verfügen sie über Vermarktungs-, Ver-kaufs- oder Bezahlfunktionen, noch sind sie über so wichtige digitale Kanäle zu erreichen, wie sie sich inzwischen beispielsweise mit Facebook oder Google Shopping etabliert haben.

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Kurz gesagt stecken lokale Gärtner, Delikatessenanbieter, Designer und viele andere Kleinbetriebe noch in den digitalen Kinderschuhen und scheuen den Schritt, sich neben dem stationären auch den Online-Handel zu erschliessen.

Genau dieses Dilemma hat die Swiss-com-Tochter Localsearch erkannt und dafür unter dem Motto «Upgrade dein Business» eine Mycommerce genannte Lösung lanciert. Ohne Vorwissen können damit Klein- und Kleinstbetriebe ihr Business in die digitale Welt hinein erweitern, erklärt Marr.

Kleinstfirmen sollen nicht nur im von Google dominierten Markt im Suchen und Finden lokal hervortreten können.
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Selbst sei man längst digital unterwegs, habe sich als reichweitenstärkste Ver-zeichnis- und Buchungsplattformen in der Schweiz etabliert und baue seine Kompetenzen in Sachen Suchen und Ge-funden-Werden ständig weiter aus. Man verhelfe den KMU seit Jahren zur optimalen Positionierung in den Suchresultaten des Web, zu einem Profil auf den wichtigsten Online-Plattformen etwa mit korrekter Adresse und den richtigen Öffnungszeiten und sorge zudem für die Einbindung in die wichtigsten Karten- und Navigationssysteme. Das hier aufgebaute Knowhow hat sich Marr mit ihrem Team zunutze gemacht und mithilfe von erfahrenen technischen Partnern neue E-Com-merce- Angebote entwickelt. Da man traditionell nahe bei den Kleinfirmen sei und etwa die Hälfte der insgesamt rund 800 Mitarbeitenden ständig im ganzen Lande im Aussendienst unterwegs sei, kenne man den KMU-Markt und seine Player bestens. Das wiederum prädestiniere Localsearch als Partner für den Einstieg in die digitale Transformation.

Schweizer Kleinstfirmen sollen eben nicht nur über die sogenannte Swiss List im von Google dominierten Markt im Suchen und Finden lokal hervortreten können. Vielmehr, so Marr weiter, helfe man ihnen mit Mycommerce beim Einstieg ins Online-Business. Zentrales Anliegen sei, die hier lauernde Komplexität so zu reduzieren, dass gerade auch KMU alle digitalen Kanäle einfach nutzen können.

Engagement auf lange Frist

Ohne einen konkreten Effort sei der Einstieg in den Online-Handel aber auch für die Kleinbetriebe nicht zu haben, führt Marr weiter aus. Zudem dürfe nicht übersehen werden, dass spezifische Aufgaben auch künftig kontinuierlich gepflegt werden müssten. Sie spricht insbesondere die Aufgaben an, die mit dem Bestücken des neuen Verkaufskanals einhergehen. Denn die jeweiligen Produkte sind in den Webshop einzustellen und diese Daten respektive Fotos und andere Angaben dauerhaft zu pflegen. Hier müsste das Engagement in den KMU auch langfristig sichergestellt werden.

Doch darüber hinausgehende technische Aufgaben würden nicht anfallen. Die übernehme Localsearch und rechne sie im Abo-Modell ab. Denn man setze auf Standardwerkzeuge und eben nicht auf Einzel-Tools, ermögliche so eine durchgängige Lösung, die Beratung und Support auch telefonisch umfasse. Alles komme aus einer Hand, was sich nicht zuletzt auf die einfache Bewirtschaftung der Shops auswirke, fügt Marr an.

Am Ende betont Marr noch einmal das sich rasant wandelnde Einkaufsverhalten. Die Schweizer Kundschaft gehöre zu jenen, bei denen Online-Shopping immer mehr an Beliebtheit gewinne.

Wer diesen Geschäftszweig nicht bediene, sich mit dem digitalen Verkauf nicht beschäftige, werde ganze Kundengruppen nicht mehr adressieren können und auf Dauer abgehängt werden, so die E-Commerce-Spezialistin.

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