Eataly ist ein Supermarkt für hochwertige italienische Lebensmittel. Es ist aber auch ein Restaurant, in dem die italienische Küche zelebriert wird.Und es ist ein Kochstudio, in dem die Kundinnen und Kunden in die italienischen Kochkünste eingeführt werden. «Bei uns kann man kaufen, was man gegessen hat, und essen, was man kaufen kann», erklärt Oscar Farinetti, Gründer und Chef des Unternehmens mit mittlerweile 42 Niederlassungen weltweit. Statt in Neubauten befinden sich diese in stillgelegten Fabriken oder alten Markthallen. Einfache Möbel, der freie Blick in die Küche sowie eine ansprechende Beschilderung sorgen für eine aussergewöhnliche Atmosphäre – sei dies in New York beim Madison Square Park oder im ersten EatalyStandort in einer ehemaligen Likörfabrik in Turin. Dennoch will Farinetti nicht von einer globalen Kette sprechen: «Die EatalyNiederlassungen sind wie Brüder: Man erkennt zwar, dass sie miteinander verwandt sind, aber alle haben eigene Charaktere.» Ein Grund dafür ist, dass neben den italienischen Spezialitäten, die etwa 60 Prozent des Sortiments ausmachen, auch lokale Nahrungsmittel angeboten werden. Und diese unterscheiden sich je nach Standort. Ernährung als sinnliches Erlebnis Überall gleich ist der Kern von Eataly, sprich hochwertige, biologische Nahrungsmittel. «Unsere Esswaren sollen ein sinnliches Erlebnis bieten und die Gesundheit fördern. Dies gelingt nur mit hervorragenden Produkten, die mit Respekt gegenüber der Natur und den Menschen hergestellt werden», sagt der 64jährige Unternehmer. Solche Nahrungsmittel sind in der Regel teurer als industriell hergestellteWaren. Angesichts der tiefen Nahrungsmittelpreise fallen die Mehrkosten laut Farinetti aber kaum ins Gewicht. «Pro Portion liegt der Unterschied im CentBereich», rechnet er vor. Daher empfiehlt er allen, lieber den doppelten Preis für ein Nahrungsmittel auszugeben und dafür weniger einzukaufen. Das eigentliche Erfolgsgeheimnis von Eataly sieht Farinetti aber in der italienischen Küche. Anders als die Haute Cuisine aus Frankreich wurde diese in den heimischen Küchen entwickelt und über Generationen weitergegeben. «Dadurch fällt es leicht, ein Gericht, welches bei uns gegessen wurde, zu Hause nachzukochen.» Mit ihrer Einfachheit liegt die italienische Kochkunst in einem Trend, den der Unternehmer weltweit feststellt. Traditionelle Werte seien wieder gefragt, nicht nur in der Gastronomie. Neben ihrer Simplizität bietet die italienische Küche auch eine unglaubliche Vielfalt an regionalen Spezialitäten. Um diese Waren in die Läden zu bringen, durchforstet ein Team von Eataly regelmässig das Land nach neuen Lieferanten.
 

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Eataly sucht Location in Zürich

Währenddessen geht die globale Expansion von Eataly rasant voran. Bereits im Dezember eröffnet das Unternehmen eine neue Niederlassung im Park MGM in Las Vegas, im März 2019 folgt ein Ableger im Herzen von Paris, in Partnerschaft mit den Galeries Lafayette, und im September ein Standort in Toronto. Auch in der Schweiz sollen die Kunden dereinst zu Eataly pilgern, voraussichtlich in Zürich. Das Unternehmen arbeitet schon länger daran, hat aber noch keine geeignete Location gefunden. «Wir müssen hier vorsichtig sein, denn die Mieten sind wahnsinnig hoch und das Einzugsgebiet ist begrenzt», erklärt Farinetti. Er ist dennoch zuversichtlich, dass es in der Limmatstadt in den kommenden drei Jahren zu einer Eröffnung kommen wird. Etwas länger dauert die Expansion nach China. Inzwischen hat Farinetti vor Ort zwar die richtigen Partner gefunden. Dennoch steht noch viel Arbeit an. «China ist noch nicht bereit für italienisches Essen», sagt er. Es fehle dort an den Grundlagen. «Wir müssen ihnen beibringen, dass man für die Zubereitung eines Tellers Pasta zuerst.