Wer an einer grossen Schweizer Universität studiert, tut das bis heute für verhältnismässig wenig Geld. Vergleicht man die Semestergebühren der staatlichen Institute mit jenen, die an privaten Fachhochschulen und Höheren Fachschulen fällig werden, zeigen sich gewichtige Unterschiede. Gleichwohl gibt es auch zwischen den bekanntesten Hochschulen wie ETH Zürich, Uni Zürich, Basel, Bern oder St. Gallen (HSG) zum Teil Abweichungen, was die Entwicklung der Studienkosten in den letzten Jahren betrifft.

Am günstigsten studiert man in Zürich. Die Universität Zürich hat ihre Semestergebühren in den letzten zwanzig Jahren nur einmal moderat erhöht. So wurde der im Jahr 2001 festgelegte Betrag von 640 Franken pro Semester 2012 auf 720 Franken angehoben – für Bachelor- und Master-Studierende. Die Gebühren für Doktorierende sind vor acht Jahren um minimale 10 Franken auf 150 Franken erhöht worden.

Praktisch identisch sind die Studiengebühren an der ETH Zürich, wo zum Start des Herbstsemesters 2020 eine Verteuerung um 150 auf neu 730 Franken pro Semester beschlossen wurde. Der zuständige ETH-Rat hatte bereits im Sommer 2018 entschieden, die Gebühren ab Herbstsemester 2019 stufenweise zu erhöhen.

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Nach den Gründen dazu befragt, hat Christoph Leuenberger, Verantwortlicher Politik im ETH-Rat, eine klare Antwort. «Die zusätzlichen Einnahmen aus den Studiengebühren werden insbesondere für die Verbesserung des Lehrangebots eingesetzt.» Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Ausbildung an den beiden ETH Zürich und Lausanne sei auch mit dieser leichten Preiserhöhung weltweit nach wie vor fast unschlagbar, so seine Überzeugung.

Die Gebühren sind nur ein kleiner Teil

Dass sich die Corona-Pandemie und die damit verbundene Umstellung auf den digitalen Unterricht auf die künftigen Studiengebühren auswirken könnte, wird von keiner der befragten Universitäten so bestätigt. Auch nicht von der Universität Bern, wo der letzte Anstieg des Semesterbetrags für Studierende auf das Jahr 2011 zurückgeht. Damals erfolgte ein Aufschlag um 150 Franken auf 805 Franken, die bis heute sowohl für Bachelor- wie auch Master-Studiengänge gelten. In Basel kostet ein Semester seit sechs Jahren 850 Franken.

Auch diese beiden Unis distanzieren sich von der einen oder anderen kritischen Stimme, die von «teuren Studiengebühren» spricht. «Die Studiengebühren decken nur einen ganz geringen Teil dessen ab, was ein Studierender effektiv kostet», gibt Matthias Geering, Leiter Kommunikation und Marketing der Uni Basel, zu bedenken. Das bestätigt man auch in Bern. «Wir hatten sogar schon Anfragen aus den USA, ob dieser Betrag wirklich für das ganze Semester gelte oder pro Wochenstunde oder ECTS anfalle», sagt die Sprecherin Nathalie Matter.

Bildungsausländer zur Kasse bitten

Anders als in Bern werden die ausländischen Studierenden an der Universität St. Gallen (HSG) indes schon kräftiger zur Kasse gebeten. Also Folge von ambitionierten Sparpaketen des Kantons St. Gallen wurden die Semestergebühren für Master-Studierende zwischen 2012 und 2014 in zwei Stufen erhöht. Für Schweizer Studierende stiegen die Kosten von 1020 auf 1429 Franken. Sogar verdreifacht haben sich die Gebühren für ausländische Master-Studierende: von 1170 (bis 2012) auf 3329 Franken pro Semester (seit 2014).

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Weshalb werden ausländische Studierende an der HSG so stark zur Kasse gebeten? «Die Universität St. Gallen erhält bei Schweizern aus anderen Kantonen Beiträge der Herkunftskantone der Studierenden, sogenannte IUV-Beiträge, die bei ausländischen Studierenden ohne Schweizer Mittelschulabschluss fehlen», erklärt HSG-Sprecher Joseph Sopko. Teurer werde es bis auf weiteres nicht. «Eine weitere Erhöhung der Gebühren ist an der HSG derzeit nicht in Planung.»