Die deutsche Fussball-Bundesliga geht in ihre 51. Runde. Der Auftakt in München führt direkt zum Aufeinandertreffen der beiden teuersten Schweizer Fussballer. Wenn der Rekordmeister FC Bayern den VfL Wolfsburg in der Allianz Arena empfängt, wird es auch heissen: Xherdan Shaqiri gegen Ricardo Rodriguez. Beim Gästeteam im Tor steht mit dem gerade aus der Nati zurückgetretenen Diego Benaglio ein weiterer Schweizer Topspieler.

Für die beiden Schweizer Feldspieler ist die Ausgangslage bei ihren Vereinen jedoch sehr verschieden: Während Shaqiri unter Trainer Pep Guardiola noch um einen Stammplatz kämpft, ist Rodriguez in der ersten Elf gesetzt. Der 21-Jährige schwimmt ohnehin auf einer Erfolgswelle: Der Marktwert des Linksverteidigers stieg nach der WM um 40 Prozent auf rund 34 Millionen Franken. Damit ist er so teuer wie kein anderer Schweizer Spieler. Shaqiri kommt auf rund 24 Millionen Franken.

18 Schweizer Spieler in der deutschen Bundesliga

Dass direkt zum Auftakt zwei Schweizer Spieler aufeinandertreffen, ist kein Zufall: Denn die Bundesliga hat massiv an Schweizer Personal aufgestockt. Neue Gesichter sind die Nati-Spieler Valentin Stocker, Valon Behrami und Haris Seferovic. Der Ex-Basler Yann Sommer steht neu bei Borussia Mönchengladbach im Tor, Roman Bürki beim SC Freiburg. Zudem haben die Breisgauer Admir Mehmedi fest verpflichtet, nachdem dieser in der vergangenen Saison von Dynamo Kiew nur ausgeliehen war. Steven Zuber wechselte von ZSKA Moskau zu Hoffenheim.

Das Aufgebot an Schweizern in der Bundesliga ist damit auf 18 Spieler angestiegen. So viele gab es in der 51-jährigen Bundesligahistorie laut «NZZ» noch nie. Keine ausländische Fussball-Nation ist in der deutschen Liga demnach häufiger vertreten als die Schweizer. Die Anziehungskraft des deutschen Fussballs ist nicht verwunderlich: Die Bundesliga ist ein Milliardengeschäft. In der Saison 2012/13 setzten die beiden obersten Ligen 2,59 Milliarden Euro um.

Finanzstarke Vereine lassen Bundesliga boomen

Sechs Spitzenklubs geben einer Studie der Unternehmensberatung EY zufolge einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro an. Fast zwei Drittel der Klubs in der ersten und zweiten Bundesliga schrieben in der abgelaufenen Saison demnach schwarze Zahlen, wie aus der jährlichen Fussball-Studie hervorgeht. Im Vorjahr waren es erst 39 Prozent. In der obersten Spielklasse sprechen 28 Prozent der Vereine sogar von einem «hohen Gewinn».

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Für die neue Saison sind die Profiklubs noch optimistischer: Nahezu drei Viertel der Befragten rechnen damit, dass sich die Lage des Profifussballs wirtschaftlich weiter verbessert. Grund dafür sind vor allem die Fernsehverträge. In der neuen Saison zahlen die Sender und Internet-Dienstleister insgesamt 710 Millionen Euro zu, 57 Millionen mehr als noch in der abgelaufenen Spielzeit. Beim Sponsoring und Merchandising rechnet etwa jeder zweite Klubmanager mit steigenden Einnahmen.

Sehen Sie hier, welche Bundesliga-Spieler von der Fussball-WM in Brasilien besonders profitiert haben: