Aus dem bayerischen Champions-League-Märchen in Berlin wird nichts. Eine Riesenfete mit Promi-Auflauf und Uefa-Sonderwünschen gibt es am 6. Juni aber trotzdem. Und die verursacht erhebliche Kosten für die sonst schon chronisch klamme Hauptstadt. Um genau zu sein: Das Fussballfest kostet mindestens 5,27 Millionen Euro, wie das Recherchebüro «Correctiv» berichtet.

Der Pariser Platz und die Strasse des 17. Juni werden der Uefa und den Sponsoren für eine Fanmeile kostenlos überlassen. Der Alexanderplatz und der Breitscheidplatz sind für die Fans der Finalteams reserviert.

Party aus der Steuerkasse

Die Uefa mit ihren jährlich zwei Milliarden Euro Umsatz lässt sich sogar die eigene Promi-Party aus der Berliner Steuerkasse bezahlen: Für die «Celebration Party» am Vorabend des Finals lädt der Verband 500 Gäste zum Flughafen Tempelhof ein. 154’000 Euro kostet die dreistündige Feier. Zusätzlich müssen im Stadion neuer Rasen verlegt, die Beleuchtungsanlagen erneuert und ein Sportpark komplett überarbeitet werden.

In den vom Senat vorgelegten 5,27 Millionen Euro Kosten fehlen allerdings noch Angaben – etwa die Ausgaben für Sicherheit und Polizei. 2012 in München waren allein das 350’000 Euro.

Hoffnung auf besseres Image

Und falls jemand am 6. Juni vorhatte, von Berlin wegzufliegen: Am Flughafen Schönefeld wird mit Chaos und Überlastung gerechnet.

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Wozu das alles? Hauptsächlich erhofft sich die Berliner Landesregierung ein besseres Image für die Stadt. Das lässt sich allerdings schwerlich messen. Immerhin: Den Gastbetrieben beschert dieses Final-Wochenende vermutlich volle Tische.

Dieser Artikel ist zuerst in unserer Schwester-Publikation «KOMPAKT» erschienen.