Es ist das zweitälteste Grand-Slam-Turnier nach Wimbledon: Mit den US Open in New York steht vom 31. August bis zum 13. September das vierte und letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres an. Für die Grössen der internationalen Tennisszene zählt das Tunier zum Pflichtprogramm: Ob Roger Federer, Stan Wawrinka, Novak Djokovic, Rafael Nadal, Andy Murray, Serena Williams oder Caroline Wozniacki – fast alle Stars sind mit dabei. Einzig Maria Sharapova musste verletzungsbedingt absagen.

Eine Tiffany-Trophäe für die Sieger

Ihre Teilnahme verwundert kaum, es lockt – neben Ehre und Prestige – eine ansehnliche Siegesprämie: Die Sieger der Einzelwettbewerbe in New York können sich über jeweils 3,3 Millionen Dollar freuen – 400’000 Dollar mehr als noch im letzten Jahr. Bis 2017 will der Veranstalter die Summe zudem noch weiter erhöhen. Doch damit nicht genug: Zusätzlich zum Millionenscheck bekommen die Sieger eine Trophäe vom weltberühmten Edeljuwelier Tiffany, wie es bereits seit 20 Jahren Tradition ist.

Doch auch für die Zuschauer vor Ort hat das Tunier einiges zu bieten – vor allem für die, die Wert auf Luxus legen. Ob Sitzplätze, Anreise, Essen oder Bekleidung – den Ausflug in die Tenniswelt als Edeltrip zu gestalten und damit den Ruf von Tennis als elitäre und luxuriöse Sportart zu bekräftigen, ist ein einfaches. Einzige Bedingung hierfür: ein prall gefülltes Porte­mon­naie.

Für 2'000 Dollar beim Männerfinal mitjubeln

Am meisten Geld ausgeben kann dabei wohl der, der sich eine der 90 Luxussuiten leistet. Diese sind ab 15'000 Dollar zu haben. Wer in puncto Protz aber richtig klotzen möchte, reserviert sich eine der teuren – für 100'000 Dollar pro Session. Vergleichsweise günstig: 2'000 Dollar zahlt indes der, der den Männerfinal von den Plätzen nahe dem Spielfeldrand verfolgen will.

Neben einer guten Sicht auf das Spielfeld bieten diese Topplätze attraktive Extras: Je nach Zugangslevel gibt es Cateringangebote, einen Luxuslimousinen-Service, Parkplatzgutscheine und die Möglichkeit – gegen gutes Geld natürlich – Spieler persönlich zu treffen.

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Zudem bieten die edlen Tickets bevorzugte Zugänge zu Restaurants: Zwei der Speisestätten – das Fischrestaurant Aces und Champions Bar & Grill – sind für Inhaber der teuren Tickets reserviert. Etwa 60 Dollar pro Person kostet dort ein Durchschnittsessen. Für die restlichen, «normalen» Besucher bleiben genügend preisgünstige Alternativen, die grösste Auswahl gibt es im «Food Village».

Helikopter oder U-Bahn: Das Ziel heisst Flushing Meadows

Doch bevor es soweit ist, muss zunächst die Anreise ins Billie Jean King National Center, auch bekannt als Flushing Meadows, bewältigt werden. Und auch hier gibt es die luxuriöse Variante: Die wohl schnellste und gleichzeitig edelste Anreise ist die mit dem Helikopter. Von einem der Heliports in New York fliegt man in 15 Minuten für 2'150 Dollar aufwärts zum Flughafen La Guardia und ist von da in zwei Fahrminuten am Tennisturnier.

Gratis parkiert bei den US Open übrigens, wer mit dem eigenen Mercedes vorfährt. Denn: Der deutsche Autobauer ist Sponsor des Tuniers. Auch die VIPs, hauptsächlich die teilnehmenden Spieler, werden mit Autos aus der Stuttgarter Schmiede zu den Spielstätten chauffiert.

Modisches Glanzlicht setzen

Auch in puncto Kleidung wird grosses Tennis geboten. Denn Sportfans – ob wohlhabend oder nicht – kleiden sich gerne sportlich, das ist auch bei den US Open nicht anders. Hier besteht die Uniform der Besucher aus Shorts und T-Shirt. Ohne Zweifel ist das Tennisturnier in Wimbledon bekannter für seine stylishen Besucher, doch auch New York hat seine Glanzlichter – allen voran Vogue-Chefin Anna Wintour, New Yorks bekanntester Tennisfan und persönliche Freundin von Roger Federer.

Wer sich ähnlich edel kleiden will, dem bieten die US Open in diesem Jahr eine smarte Alternative zum gewöhnlichen T-Shirt. Neu auf dem Markt, pünktlich zum Tunierstart, sind Hightech-Shirts von Ralph Lauren. Mit diesen können Besucher ihre Aufregung während spannender Matches beobachten: Die Hemden messen die Herzfrequenz. 295 Dollar kosten die smarten Shirts, die eigentlich zum Sportmachen gedacht sind.

Gegen ehemalige Nummer Eins aufschlagen

Will man allerdings während des Turniers selber zum Schläger greifen, braucht man mehr als ein innovatives Shirt. Mit einer Spende von 12'000 Dollar zugunsten der Stiftung des amerikanischen Tennisverbands kann am 11. September jeder gegen ehemalige Tennisgrössen spielen. Letztes Jahr nahmen am Anlass unter anderem Maria Navratilova und Pat Cash teil.

Doch ob man nun bei den US Open die Luxusvariante wählt oder nicht: Wer schon einmal mehr als 40 Minuten – besonders in der heissen New Yorker Mittagssonne – auf den weissen Plastiksitzen Platz genommen hat, den zeichnet eine Liebe zum Sport aus, die bei weitem grösser ist als diejenige für Luxus.

(mit Material von Bloomberg)