Beim Auswärtsspiel des FC Zürich gegen den FC Aarau am nächsten Samstag sind keine FCZ-Fans zugelassen. Eine Risikobeurteilung der Aargauer Kantonspolizei ergab, dass das Risiko von Krawallen zu gross ist.

In jüngster Vergangenheit seien Fans des FC Zürich bei Spielen ihrer Mannschaft mehrfach für gewalttätige Ausschreitungen grösseren Ausmasses verantwortlich gewesen, begründet die Aargauer Polizei ihren Entscheid. Im Umfeld dieses Spieles müsse mit einer schwerwiegenden und erheblichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit gerechnet werden.

Fans sollen nicht nach Aarau reisen

Zusammen mit dem aargauischen Justiz- und Polizeidirektor Urs Hofmann sei deshalb beschlossen worden, den Gästesektor zu sperren und die FCZ-Fans nicht zum Spiel zuzulassen, teilte die Polizei mit.

Die Kantonspolizei Aargau ruft Anhänger des FC Zürich dazu auf, nicht nach Aarau zu reisen. Die Kantonspolizei werde nötigenfalls gegen Störer vorgehen und diese strafrechtlich zur Verantwortung ziehen.

Weniger Einnahmen für den FC Aarau

Der Entscheid trifft auch den FC Aarau. Im Gästesektor auf dem Brügglifeld haben rund 1000 Fans Platz. Bei einem Eintrittspreis von 27 Franken würde der Klub, vorausgesetzt der Sektor ist voll, 27'000 Franken verlieren - dies bei gleich bleibenden Sicherheitskosten.

300 Tickets für den Gästesektor seien bereits verkauft worden, sagte Remo Conoci, der Mediensprecher des FC Aarau, auf Anfrage. Zum Entscheid der Kantonspolizei will der Heimklub im Verlaufe des Donnerstagabends Stellung nehmen.

Massenschlägerei im letzten Herbst

Der FC Zürich bedauere aus sportlichen Gründen diesen Entscheid, teilte der Gästeklub mit. Er treffe vor allem alle diejenigen Fans, die sich korrekt verhalten. Die Verantwortung für den Ausschluss müssten jene sogenannten Fans übernehmen, die durch ihr skandalöses Verhalten beim Spiel in Basel diese Kurvensperre in Aarau provoziert hätten.

In Aarau hat man mit Anhänger des FC Zürich ebenfalls schlechte Erfahrungen gemacht. Am 22. November 2014 war es beim Bahnhof Aarau zu einer Schlägerei zwischen 40 bis 70 Anhängern des FC Aarau und des FC Zürich gekommen. Die Schläger waren vermummt und teilweise mit Schlagstöcken bewaffnet.

Bilder veröffentlicht

Der Polizei gelang es, die Namen von sieben Beteiligte zu ermitteln und diese festzunehmen. Bei Hausdurchsuchungen wurden pyrotechnische Gegenstände und Vermummungsmaterial festgestellt. Gegen sie läuft eine Strafuntersuchung wegen Landfriedensbruchs.

Weitere Beteiligte meldeten sich trotz eines Polizeiaufrufes vorerst nicht. Um die unbekannten Schläger zu identifizieren, veröffentlichte die Kantonspolizei Aargau Mitte Februar dieses Jahres acht Bilder von Überwachungskameras.

Auf dem Rückweg von Sitten

Die Gesichter der abgebildeten Personen wurden vorerst unkenntlich gemacht. Die Polizei drohte aber, dass die Fotos nach einer Woche ohne Anonymisierung publiziert würden. Dies hatte Wirkung. Kurz danach stellten sich sieben Männer bei der Kantonspolizei Aargau.

Die Schlägerei zwischen den FCA- und FCZ-Fans hatte sich allerdings nicht nach einem Spiel der beiden Klubs ereignet. Die Zürcher Fans befanden sich in einem Extrazug auf dem Rückweg von Sitten.

Notbremse gezogen

In Aarau zog jemand die Notbremse, worauf die FCZ-Fans ausstiegen und auf die bereits wartenden Widersacher trafen. Diese gewalttätige Konfrontation war laut Polizei gezielt vereinbart worden.

(sda/tno/gku)

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