Am 26. Februar 2016 wird der Weltfussballverband einen neuen Chef erhalten: Mit dieser Botschaft trat Sepp Blatter heute in Zürich vor die internationalen Medien. Zuvor musste er sich aber noch von einer Jux-Attacke erholen: Der britische Komiker Simon Brodkin bewarf Blatter mit Geldscheinen.

Der Sicherheitsdienst führte den Komiker ab. Blatter verliess den Saal. Nach einer Pause kehrte er zurück und sagte: «Das ist jemand, der nicht gut erzogen ist.»

Blatter präsentierte Massnahmen, wie die Fifa aus dem Korruptionssumpf finden will. Unter anderem will der Verband die Amtszeit des Präsidenten beschränken und eine Reformkommission schaffen. Die Vorschläge der elf Kommissionsmitglieder sollen im September dem Exekutivkomitee präsentiert werden. Langzeitpräsident Blatter tritt nicht mehr an – er interessiert sich offenbar für eine Karriere beim Radio.

— Sam Wallace (@SamWallaceIndy) 20. Juli 2015

Ein heisser Kandidat für seine Nachfolge ist aber wieder einmal Uefa-Präsident Michel Platini. Platini wird seinen Entscheid wohl in den kommenden Tagen bekanntgeben.

Wie der Sender Sky Sport News HD berichtet, kann der Franzose wohl mit den Stimmen aus Asien, Nord- und Südamerika, Ozeanien und natürlich Europa rechnen.

Teil von Platinis Wahlplan ist auch Wolfgang Niersbach. Der Präsident des deutschen Fussball-Bunds (DFB) soll für den Franzosen an die Spitze des europäischen Fussballverbandes aufrücken.

Niersbachs Zehn-Punkte-Programm

Niersbach hat sich zuletzt in einem offenen Brief an alle Vereine des Deutschen Fussball-Bundes gewandt und umfassende Reformen der Fifa angemahnt. In zehn Punkten skizzierte er seine Ideen zur Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Weltverbandes, darunter eine Amtszeitbeschränkung für Fifa-Funktionäre und neue Standards bei der Vergabe von WM-Turnieren.

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«Fussball ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Fussball ist Lebensfreude, Freundschaft, Gemeinschaft und Gesellschaft. All das dürfen und werden wir uns nicht kaputt machen lassen», schrieb Niersbach, der seit Ende Mai Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees ist.


(mbü, mit Material von reuters)