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Kritik
Fifa «schlimmer als unsere Banken»?

Sepp Blatter: Alles paletti.  Keystone

Keine Korruption bei den WM-Vergaben nach Katar und Russland - das ist das Urteil, welches die Fifa über sich fällte. Die Kommentatoren grosser Zeitungen reagieren ungläubig bis entsetzt.

Veröffentlicht am 13.11.2014

Für die Fifa ist klar: Alles ging mit rechten Dingen zu. Die Ethikkommission des Weltfussballverbands hat Russland und Katar am Donnerstag vom Vorwurf der Korruption bei der WM-Vergabe freigesprochen. Es seien keine stichhaltigen Beweise für Korruption bei der Vergabe vor vier Jahren gefunden worden

Umgehend wurde Kritik laut. Fifa-Chefermittler Michael Garcia warf der Fifa eine «fehlerhafte und unvollständige» Vorstellung seines Untersuchungsberichts vor. Und auch von extern wurde heftig Kritik laut. Irgendwo am Zürcher Fifa-Sitz habe Präsident Sepp Blatter wohl so heftig über den Bericht lachen müssen, dass ihm Kleingeld aus den Hosentaschen gefallen sei, schreibt der Kommentator der «New York Times». «Der Bericht sollte so viel mehr offenlegen - etwa die Wahrheit», so das Blatt weiter.

Was wird die Fifa am Ende wohl erklären?

Auch die Klage von Garcia kann die «New York Times» nicht wirklich beeindrucken. An wen rekurriere er? «An die Fifa.», so die Zeitung. «Lassen Sie mich raten: Die Fifa wird erklären, dass nichts Unrechtes geschehen sei.»

Einen anderen Dreh findet die britische Zeitung «The Independent». Die Politiker der Insel würden sich nun extrem laut über den Bericht enervieren, der Katar und Russland reinwasche, aber England kritisiere. Warum schwiegen dieselben Leute, wenn es um die Banken gehe, die Zinsen und Kurse manipulierten, fragte die Kommentatorin.

Schönheit dieses grossartigen Spiels

Im britischen «Guardian» kriegt die Fifa dann wieder ihr Fett weg. Der Kommentator spricht von «Reinwaschung durch eine ungenügende Untersuchung über ein nicht zufriedenstellendes Abstimmungsprozedere». Daher die Schlussfolgerung: «Die Schönheit dieses grossartigen Spiels wird genau von jenen verraten, die es richtig führen sollten».

(se)

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