Nach dem Terror-Massaker in Paris ist die Verunsicherung bei öffentlichen Veranstaltungen gross. Belgien erhöht die Terrorwarnstufe und bläst das für Dienstag geplante Fussball-Länderspiel zwischen Belgien und Spanien in Brüssel ab. Zu gross sei die Gefahr weiterer Anschläge.

In Hannover dagegen will man der Terror-Gefahr trotzen. Der Match zwischen Deutschland und Holland findet statt – unter einem riesigen Sicherheitsaufgebot. Die National-Elf des deutschen Bundestrainers Jogi Löw wird rund um die Uhr mit Maschinenpistolen bewacht.

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Keine Stornierungen

Abschrecken lassen sich auch die deutschen Fussballfans nicht. Sie strömen nach dem Motto «Jetzt erst recht» ins Stadion. Tom Roeder vom Fan Club Nationalmannschaft sagt im ARD-Morgenmagazin, man wolle ein Zeichen setzen. «Wir möchten zeigen, dass man bei den Opfern ist und vor allem den Fussball liebt und sich von den Attacken nicht unterkriegen lässt.»

Über die Bühne gehen wird heute Abend auch das Länderspiel Österreich-Schweiz im Ernst-Happel-Stadion in Wien. Auch hier wollen sich die Fans die Abendgala vom Terror nicht vermiesen lassen. Verkauft sind dem Österreichischen Fussballbund (ÖVB) zufolge rund 25'000 der 48'000 Tickets. Dass das Spiel nicht ausverkauft sei, habe aber nichts mit Paris zu tun. Die Auslastung liege im Durchschnitt. Zwar habe es mehr Anfragen von Fans betreffend der Sicherheit im Stadion gegeben. Zu Stornierungen sei es aber nicht gekommen, teilt der ÖVB mit. Der Ticketverkauf habe sich weder vor noch nach den Anschlägen verändert. 

Hunde schnüffeln nach Sprengstoff

Auf der Kippe stand das Schweiz-Spiel in Wien nie. «Es war niemals Thema, das Länderspiel eventuell abzusagen», sagte Bernhard Neuhold, Organisationschef des ÖFB. Für das Spiel gebe es «keine konkrete Gefährdungslage». Dennoch wird die Sicherheit gross geschrieben. Die Zahl der Aufpasser wurde auf über 500 fast verdoppelt. Das Stadion wird vor Einlass von Hunden auf Sprengstoff abgesucht. Polizeieskorten bringen die Mannschaften sowie Schiris zum Fussballtempel.

Bei den Zutrittskontrollen werden zudem Metalldetektoren zum Einsatz kommen. Zwar habe es die meisten Massnahmen schon vor den Anschlägen gegeben, jetzt aber «noch ein bisschen zusätzlich», sagt ÖVB-Mann Neuhold. Fans sollten daher wegen den scharfen Kontrollen mehr Geduld mitbringen – und früher als sonst zum Stadion kommen.