1. Home
  2. Sport
  3. «Mir wurden schon extremere Titel verliehen»

Fussball
«Mir wurden schon extremere Titel verliehen»

Christian Constantin: «Das ist die Sicht der Deutschschweiz.» Patrick Gilliéron Lopreno/HZ

Der Bauunternehmer und Präsident des FC Sion sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Im Interview spricht Christian Constantin über seinen Führungsstil, sein Geschäftsmodell und seinen Ruf.

Von Pascal Ihle und Pascal Meisser
am 23.07.2014

Sie gelten als «enfant terrible» und «agent provocateur». Gefällt Ihnen das?
Christian Constantin: Das ist die Sicht der Deutschschweiz. Wir sind hier in der Romandie, da denken die Leute anders.

Das Fussballmagazin «World Soccer» kürte Sie aber zum verrücktesten Fussballpräsidenten der Welt.
Das stört mich überhaupt nicht. Man hat mir schon viel extremere Titel verliehen.

Schadet das nicht Ihrem Geschäft?
Du musst zwischen dem Fussball und dem Business unterscheiden. Da spiele ich zwei verschiedene Rollen.

Dann sind Sie eine gespaltene Persönlichkeit: Auf der einen Seite der extrovertierte Fussballpräsident, auf der anderen der langfristig orientierte Bauunternehmer.
Das siehst du falsch. Ich bin und bleibe immer ich selbst. Fussball ist meine grosse Leidenschaft. Die Gefühle, die dieser Sport auslöst, sind extrem, immer zwischen Jubel und Enttäuschung. Man lernt in solchen Situationen sehr viel über die Menschen. Das prägt die Beziehungen.

In Ihren 16 Jahren als Fussballpräsident haben Sie aber Dutzende von Trainern entlassen, was für Kopfschütteln weit über die Landesgrenzen gesorgt hat.
Im Fussball, und ganz besonders im Wallis, zählen nur die Erfolge. Wichtig ist, dass man mit den Leuten ehrlich ist und ihnen immer klar sagt, was man von ihnen erwartet. Das gilt für sämtliche Aktivitäten der Welt. Jeder Trainer weiss, dass er Erfolg haben muss. Als Präsident oder Vorgesetzter muss man wissen, wann der beste Moment ist, um jemandem etwas Wichtiges oder Persönliches zu sagen.

Führen Sie Ihr Bauunternehmen gleich wie den FC Sion als Präsident?
Bei mir stehen immer die Fähigkeiten der Menschen im Mittelpunkt. Ich setze meine Mitarbeiter jeweils dort ein, wo sie sich am besten entfalten können. Es bringt nichts, sie etwas machen zu lassen, was sie nicht mögen. Das ist bei den Fussballern und den Trainern genau so.

Das ganze Interview lesen Sie in der neuen «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.

Anzeige