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Zerreissprobe
Puma bedauert Materialfehler bei Schweizer EM-Trikots

Gleich sieben Trikots rissen im Spiel der Schweizer Nati gegen Frankreich. Der deutsche Hersteller Puma erklärt die Probleme mit einer Beschädigung der Garne während der Produktion.

Ungewöhnliche Probleme mit Fussballtrikots machen Sportausrüster Puma zum Gespött in den sozialen Medien. Bei der Europameisterschaftspartie gegen Gastgeber Frankreich rissen gleich mehrere Trikots des Schweizer Teams – auf den deutschen Hersteller wirft das kein allzu gutes Licht. Allein in der ersten Halbzeit mussten drei Spieler an die Seitenlinie und sich Ersatz besorgen, insgesamt rissen sieben Trikots – das von Mittelfeldmann Granit Xhaka gleich zweimal.

Man habe «unverzüglich Untersuchungen eingeleitet, um die Ursache dafür zu ermitteln», teilte Puma mit. Üblicherweise würden pro Spieler drei Trikots für jede Begegnung bereitgestellt, so eine Sprecherin auf Anfrage. Am Montagabend dann die Erklärung: Es habe eine fehlerhafte Materialcharge gegeben, so Puma. Garne seien «während der Produktion beschädigt worden, was zu einer Schwächung des fertigen Trikotstoffs geführt hat».

Fehler im Herstellungsprozess

 «Dies ist auf eine falsche Kontrolle der Hitze, des Drucks und der Produktionszeit im Herstellungsprozess zurückzuführen», schreibt Puma. Und gibt sogleich Entwarnung für die anderen fünf Puma-Teams: «Das defekte Material wurde ausschliesslich in einer kleinen Stückzahl in Schweizer Heimtrikots verwendet.» Fünf Puma-Teams hätten zuvor zehn Spiele bei der Europameisterschaft gespielt – ohne dass dieses Problem aufgetreten sei, erklärte die Unternehmenssprecherin schon vorher.

Puma habe den Bestand aller EM-Trikots seiner ausgerüsteten Teams geprüft und könne versichern, dass es nicht zu einer Wiederholung des Falles komme. Der «Blick» hatte zuvor bereits einen ersten eigenen Erklärversuch geliefert: Womöglich wurden die Rückennummern zu heiss aufgebügelt. Dadurch könne das Shirt an Elastizität verlieren, wird Ramon Serrano vom Fussball-Corner Oechslin in Zürich zitiert.

Puma und Schweiz bis 2020 Partner

Die torlose Partie zwischen Schweizern und Franzosen am Sonntagabend war intensiv, aber nicht übertrieben hart oder unfair. Der Schweizer Torhüter Yann Sommer, der sein Trikot nicht wechseln musste, nahm Puma in Schutz. «Das kann passieren», kommentierte er das Missgeschick. «Das zeigt, dass auf dem Platz gekämpft wurde.» 

Das bekam auch der von Adidas gestellte Spielball mit dem Namen «Beau Jeu» («Schönes Spiel») zu spüren, der nach einem Zweikampf aufriss und die Luft verlor. Pumas Erzrivale Adidas beliefert neun der insgesamt 24 Turnierteams mit Trikots.

Die Schweizer Nati und Puma haben erst Ende 2015 den seit fast 20 Jahren bestehenden Ausrüstervertrag verlängert: Bis über die Europameisterschaft 2020 hinaus werden die Schweizer mit Puma-Trikots auflaufen.