Mario Götze, Mats Hummels und Manuel Neuer sind wieder abgereist. Nun geht für das Luxusresort Campo Bahia im brasilianischen Dörfchen Santo André in der Nähe der Stadt Porto Seguro der Alltag los. Das eigens für die deutsche Nationalmannschaft und ihren Betreuerstab gebaute Luxushotel muss ab sofort gewöhnliche Gäste finden.

Nach dem Gewinn des Weltmeister-Titels müsste das allerdings einfach sein. Denn die Spieler lobten den Ort über den grünen Klee. «An der Pool-Landschaft und der Bar kommen die Spieler immer wieder zusammen. Wenn jemand aber Zeit für sich braucht, zieht er sich auf sein Zimmer zurück. So ein grosses Miteinander wäre in einem Hotel nicht möglich gewesen», schwärmte beispielsweise  Benedikt Höwedes.

Die Geminde fand das Geld nicht

Doch nach der WM kamen dunkle Wolken über dem Campo Bahia auf. Brasilianische Medien berichteten, dass das deutsche WM-Hauptquartier den Behörden Geld schulde. Am 30. Juni hätten die beiden deutschen Manager Christian Hirmer und Kay Bakemeier die erste von fünf Raten der Umweltsteuer bezahlen sollen. Doch die 60'000 Real (umgerechnet 24'000 Franken) seien nie bei der Gemeinde angekommen.

Anzeige

Die Behörden suchten deshalb die beiden Adressen auf, welche in den Unterlagen als Geschäftssitz der beiden Firmen angegeben sind, welche das Ressort bauten. Doch dort fanden sie keine Unternehmenssitze vor. Jetzt überlegen sie, den nächsten Schritt einzuleiten: Die Pfändung von Teilen des Campo Bahia, wie die Zeitung «Folha de São Paulo» berichtet. 

Betreiber wehren sich

Das deutsche WM-Hauptquartier insolvent? Die Betreiber wehren sich gegen den Vorwurf, die Steuer nicht bezahlt zu haben. Man habe das Geld überwiesen, sagte Tobias Junge der Zeitung. Doch es müsse eine Verwechslung gegeben haben.

Campo-Bahia-Sprecher Mario Rocchi kommentiert die fehlende Zahlung zynisch: «Der brasilianische Beamte hat wohl die 7:1 nicht so gut verkraftet». Der Scheck sei korrekt eingelöst worden. «Die Behörde hat die Zahlung aber nicht gefunden», so Rocchi. Inzwischen hat er handelszeitung.ch die Quittung vorgelegt. Damit ist der Vorwurf der Behörden hinfällig.

Abmachung zwischen Campo Bahia und Behörde

Die 300'000 Real Umweltsteuer wurden zwischen Gemeinde und den Betreibern des Campo Bahia ausgehandelt. Denn das Resort liegt in einem Umweltschutzgebiet. Doch Hirmer und Bakemeier waren nicht bereit, die eigentlich fällige prozentuale Steuer zu zahlen. Am Ende einigten sich die beiden Parteien auf den festen Betrag.