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Swiss Life
Alle auf eine Plattform

Markus Leibundgut

«Wir machen das jetzt aus einer Positionie­rung der Stärke heraus»: Markus Leibundgut, CEO Swiss Life.

Quelle: zvg

Der Aussendienst der Swiss Life sowie der Vertriebskanal Swiss Life Select werden in einen neuen Geschäftsbereich «Kundenberatung und -betreuung» zusammengelegt.

Von Werner Rüedi
am 01.07.2019

Die Nachricht im Newsletter der «Schweizer Ver­sicherung» vom 21.Mai, dass zwei Spitzenkader die Geschäftsleitung der Swiss Life verlassen, hat in der Versicherungswirtschaft hohe Wellen geworfen. Remo Weibel, Leiter von Swiss Life Select, sowie Vertriebsleiter Thomas Bahc kehren dem Lebensversicherer den Rücken. Bei Swiss Life Select übernimmt CEO Markus Leibundgut ­vorübergehend die Leitung.

Technologische Unterstützung

Die Rücktritte stehen im Zusam­menhang mit dem Ende November 2018 vorgestellten Unternehmens­programm «Swiss Life 2021». Dieses wurde «von der gesamten Geschäftsleitung erarbeitet und getragen», wie Markus Leibundgut im Gespräch ­betont. Zentrales Element ist dabei die Kundenberatung und -betreuung – insbesondere auch für den Schweizer Markt. Eckpunkt ist die technologische Unterstützung der Verkäuferinnen und Verkäufer, damit sich diese auf die Kundschaft konzentrieren können und sich nicht allzu sehr mit administrativen Arbeiten beschäftigen müssen. Dieser Prozess sei längerfristig angelegt.

Remo Weibel und Thomas Bahc hätten diesen Zeitpunkt für eine berufliche Neuorientierung genutzt, so Leibundgut. Der CEO ist voll des Lobes über die beiden GL-Kollegen: Sie seien beide extrem engagiert und hätten in all den Jahren immer wertvollen Input geliefert, wofür er ihnen sehr dankbar sei. Dass der CEO selber ­vorübergehend auch die Leitung von Swiss Life Select übernimmt, lässt auf einen hektischen und damit nicht vorgesehenen Abgang von Weibel schliessen. Dem widerspricht Leibundgut: Er habe solche Aufgaben früher schon ausgeführt, der Vertrieb sei also nicht neu für ihn, und angesichts der grossen Bedeutung für die Zukunft der Gruppe möchte er auch hier gestaltend und an operativer Stelle Verantwortung übernehmen.

Die beiden Vertriebe Swiss Life Select und der Aussendienst der Swiss Life werden nun in einen neu geschaffenen Geschäftsbereich «Kundenberatung und -betreuung» eingegliedert.Der Aussendienst wird künftig von Thomas Brunner geleitet, der als bisheriger Leiter des Marktgebiets Bern grosse Erfahrung mitbringt; Markus Leibundgut leitet den Vertrieb von Swiss Life Select direkt. «Dank der Unterstützung und dem Wissen des Leitungsteams von Swiss Life Select ist diese Zusatzaufgabe für mich gut machbar», betont Leibundgut, «und zwar so lange wie nötig, damit sich das konsistent entwickeln kann.» Neuer Leiter der Servicezentrale von Swiss Life Select in Zug ist Andreas Fischer, der zudem wie bisher das Markt­management von Swiss Life leitet.

Swiss Life Select bleibt

Die bisher eigenständigen Vertriebskanäle sollen aber bestehen bleiben. Faktisch werden nur die technolo­gischen Tools vereinheitlicht, damit diese auf einer einzigen Plattform von allen genutzt werden können. In der Folge müssen Beratungs- und Betreuungsprozesse, digitale Plattformen und Systeme, Abläufe und dergleichen nur einmal entwickelt werden. Die vollständige Umsetzung dürfte schätzungsweise bis zu fünf Jahre dauern, nicht zuletzt, weil sich auch die unterstützenden Bereiche in den Vertrieben neu ausrichten werden.

Der Geschäftsbereich «Kunden­beratung und -betreuung» sei enorm wichtig für die Zukunft. Denn es gehe um komplexe Vorsorgethemen, die mit den Kundinnen und Kunden besprochen werden. Bereits im Interview mit der «Schweizer Versicherung» vom Mai 2018 deutete CEO Leibundgut die Stossrichtung an: «Die Vorsorgeberater geraten in die Defensive, wenn sie mit dem technologischen Wandel nicht mitgehen. Es gilt, diese neuen Kanäle zu nutzen. Entsprechend verändern sich auch die Anforderungsprofile für die Berater.» Eine Zusammenlegung von Swiss Life Select mit dem Aussendienst der Swiss Life sei ebenfalls geprüft worden, sagt Leib­undgut, aber dann klar verworfen worden, «denn das macht schlicht ­keinen Sinn». Auch der Standort Zug bleibt bestehen.

Vier Stossrichtungen

Im Rahmen von «Swiss Life 2021» konzentriert sich der Lebensversicherer auf vier strategische Stossrichtungen (siehe Grafik oben): Fokus auf ­bevorzugte Segmente, die Förderung attraktiver Angebote, die stetige Verbesserung der Kundenbeziehungen und die weitere Steigerung der Produktivität. CEO Leibundgut ist überzeugt, dass die wichtigsten Bezugsgruppen wie Kunden, Berater oder Produktpartner dank des eingeschlagenen Weges profitieren werden. Für die Kunden, weil sie langfristig qualitativ hochwertige Beratung und Betreuung inklusive besserer Inter­aktionsmöglichkeiten erhalten. Die Berater, weil sie von administrativem Aufwand entlastet werden. Und für Produktpartner, weil mit der Ausweitung des Geschäftsmodells nachhaltiges Wachstum erzielt werden könne.

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