Die International Consumer Electronics Show (CES) ist eine der weltweit grössten Fachmessen für Unterhaltungselektronik. Sie findet jeweils zu Jahresbeginn in Las Vegas statt. Heuer dauert die CES vom 7. bis 10. Januar. Im Interview erläutert die CES-Vizechefin Karen Chupka die Messetrends 2020.

Welche sind die wichtigsten Tech-Trends der CES 2020?
Im Wesentlichen werden uns zwei Megatrends beschäftigen: die 5G-Technologie und Künstliche Intelligenz (KI). 5G ist gerade dabei, praktisch jede Industrie zu verändern. Viele Länder sind daher bemüht, die Infrastruktur für die neue Technologie so schnell es geht zu bauen. Ihr Hauptmerkmal: Sie bringt Geschwindigkeit, die man sich vor kurzem noch nicht vorstellen konnte.

Ähnlich einschneidend wird die weitere Etablierung von KI sein. In vielen Bereichen wird sie zunehmend unabdingbar, sei es Healthcare, Autonomes Fahren oder Smart Cities. KI ist der Schlüssel für smarte Technologien.

Was macht die 5G-Technologie so einschneidend? Für viele bringt sie schlicht und einfach schnelleres Internet…
Ein Beispiel: Wie lange dauert es, einen zweistündigen Film herunterzuladen? Mit der 3G-Technologie ganze 36 Stunden, mit 4G – der heute gängigen Technologie – dauert es immer noch 2 Stunden. Doch mit 5G wird man nur noch eine halbe Minute benötigen. Dieses Beispiel zeigt, wie die 5G-Technologie alles verändert wird. Der massive Fortschritt in der Geschwindigkeit ist wichtig, wenn wir etwa über autonomes Fahren nachdenken. Das Auto muss unverzüglich Informationen verarbeiten und austauschen können, um etwa einen Unfall vorauszusehen.

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Was erwartet uns neben KI und 5G noch?
Ein omnipräsentes Thema werden Smart-Cities sein. Wie können Städte mit technologischem Fortschritt effizienter gestaltet werden? Zudem werden Gesundheitsthemen im Tech-Sektor weiter Einzug halten. Das Bewusstsein für Gesundheit in der Bevölkerung steigt stetig an. Doch es gibt noch viele weitere Themen wie Gaming, Virtual - und Augmented Reality oder den Transport. Dabei reden wir nicht nur von selbstfahrenden Autos sondern auch von jenen, die fliegen können. Pegasus etwa wird demonstrieren, wie so ein Auto in Zukunft aussehen könnte.

«Mit 3G dauerte es 26 Stunden, einen zweistündigen Film zu laden – mit 5G nur noch eine halbe Minute.»

Die CES verliert grosse Namen der Tech-Szene. Firmen wie Apple oder Microsoft veranstalten eigene Shows. Wie reagieren Sie auf diese Entwicklung?
Unser Vorteil ist: Man trifft sich hier, findet Kontakt zu anderen Unternehmen aus aller Welt und geht neue Partnerschaften ein. Viele Teilnehmer sagen mir, sie treffen hier Leute, die sie sonst nie hätten treffen können. Das ist die Magie der CES. Das Interessante ist: Früher kamen die Unternehmen primär deswegen, um sich dem Publikum zu präsentieren. Heute nehmen sie auch deswegen teil, um sich gegenseitig kennenzulernen und neue Partnerschaften einzugehen.

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Wie entwickeln sich die Besucher- und Ausstellerzahlen?
Dieses Jahr haben wir 4400 Austeller an der CES, 170'000 Teilnehmer aus rund 160 Ländern – etwa ein Drittel kommt von ausserhalb der USA. Die CES ist damit eines der wenigen internationalen Shows, die ein solch globales Publikum anzieht. Zudem geht der Trend dahin, dass immer mehr Unternehmen zu uns kommen, die ursprünglich wenig mit dem Tech-Sektor zu tun haben, dessen Geschäft aber stark von der technologischen Entwicklung geprägt wird.

Zum Beispiel?
Delta Airlines etwa wird vorstellen, wie die Technologie das Reisen verändert wird. Der US- Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble wird unter anderem Produkte im Bereich Baby-Care vorstellen. Autobauer sowie deren Zulieferer werden immer präsenter auf der CES. Wir sehen hier exemplarisch, wie Technologie praktisch jede Art von Produkt in jeder Industrie verändert.

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