Die Schweizer werden zwar nicht Europameister im Fussball, aber in Sachen Umwelt und Littering zeigen sie während der Euro 08 meisterhaften Einsatz. Mit einem Ziel: Unser Land soll so sauber wie möglich und unser gutes Image als saubere Schweiz bewahrt bleiben.

Ein Versprechen, das sich die Verantwortlichen der Fussball-EM zu Herzen nahmen und vieles in Bewegung setzten, um die Erwartungen zu erfüllen. Hunderte von Kräften und Organisationen legen dazu noch bis Ende dieser Woche tagtäglich Hand an.

Der von verschiedenen Organisationen initiierte Spot «Make your goal – bring it back» – sprachlich zwar nicht ohne Fehler, dafür aber wenigstens treffend – flizt in allen Fanmeilen und Stadien der Schweiz und zudem auch in Österreich über die Screens und vermittelt humorvoll, dass Abfall und Getränkebehälter nicht auf den Boden gehören, sondern in den Abfall oder in die Sammelbehälter.

In den Stadien präsent

Richtiges Entsorgen und Zurückbringen von Wertstoffen wird belohnt: Mit Jubel und Gratulationen wie beim Fussball. Zudem waren oder sind in allen Stadien in Österreich (Wien, Salzburg, Klagenfurt, Innsbruck) und der Schweiz (Basel, Bern, Zürich, Genf) die Abfall-, Pet- und Aluminiumbehälter sowie die Mehrwegbecher-Rückgabestellen mit dem Slogan «Make your goal – bring it back» beschriftet, um die Wiedererkennung zu fördern.

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Zusätzlich wird die Botschaft auf den Abfallbehältern in der Fanzone Zürich sowie auf allen Pet- und Aluminium-Sammelstellen in den Host Cities und den UBS-Arenen eingesetzt.

Der Spot ist eine Aktion im Rahmen des Nachhaltigkeitskonzepts der Uefa Euro 08. Die Umsetzung erfolgte in der Schweiz durch das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Mitgearbeitet haben weiter die Projektgruppe Nachhaltigkeit des Bundes für die Euro 08, die Euro 2008 SA, die Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) sowie ERZ Entsorgung + Recycling Zürich. Als österreichische Partner sind die Altstoff Recycling Austria AG (ARA), die Stadt Wien sowie das Bundesmi-nisterium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft beteiligt.

Schon die Entstehung des Spots war eine interessante Geschichte. Gedreht wurde der Kurzfilm auf der Bahnhofstrasse in Zürich. Die Realisation lag in der Hand der Werbeagentur ViznerBorel, die bereits früher mit diversen Kampagnen rund um das Thema Recycling Erfahrungen gesammelt hatte. «Die Lösung der Aufgabe war keine leichte Aufgabe», erklärt Creative Director Guillaume Borel. Denn: «Niemand interessiert sich kurz vor dem Anpfiff eines Fussballmatches für die Abfallentsorgung.» Die Zürcher Agentur hat deshalb gemäss «Werbewoche» voll auf die Kraft der Emotionen gesetzt. Borel: «Mit unserem Konzept wollen wir die Leute involvieren, informieren und mitreissen.»

An der Kamera ein Fussballfan

Realisiert wurde der 60-Sekunden-Spot durch Reto Salimbeni und seine Manifesto Films. Regisseur Salimbeni: «Wir mussten die Statisten nicht besonders motivieren. Die im Film gezeigte Siegesstimmung der Fans ist echt gefühlt. Viele freiwillige Statisten haben aus purem Spass mitgemacht. Als Honorar gab es nur ein Euro-Shirt.» Ebenso wichtig war: Salimbeni als Filmer mit italienischen Wurzeln ist ein echter Fussballfan.