Die Genfer Uhren- und Schmuckfirma Chopard kroch jahrelang einer diebischen Managerin auf den Leim, die das Unternehmen um 11,2 Millionen US-Dollar erleichterte. In Singapur nun musste sich die Angestellte vor Gericht verantworten, wie heute bekannt wurde.

Chew Siew Lang (53) stellte mit Löschtinte über 6 Jahre lang Schecks an Zulieferer von Chopard aus und zweigte so die Gelder in die eigenen Taschen ab, berichten verschiedene Medien in Singapur. Nachdem sie zwei Unterschriften für die Schecks erhielt – sie selbst war unterschriftsberechtigt - löschte sie die Geldempfänger und leitete die Beträge als Barzahlung an sich um.

Kleine Beträge abgehoben

Um nicht aufzufallen, erstellte sie zwischen Januar 2006 und August 2012 falsche Einträge in der Buchhaltung und schredderte die Empfangsscheine. Damit die Masche nicht gleich auffiel, hob sie nur 50'000-Dollar-Tranchen ab – ein grösserer Betrag hätte im Hauptquartier in Genf zusätzlich abgesegnet werden müssen. Der Diebstahl von Chopard wurde nicht bemerkt – nur ein Tipp von aussen führte dazu, dass die Frau nicht noch länger Gelder abzweigen konnte.

2,1 Millionen US-Dollar setzte die Mutter dreier Kinder für Einsätze beim Glücksspiel ein. Das meiste Geld ist verschwunden. Nur 197'000 US-Dollar konnten sichergestellt werden – plus einige Diamantenringe und Uhren. Das Urteil der Richter in Singapur ist happig: 15 Jahre muss die Frau ins Gefängnis.

Chopard hat Boutiqen auf der ganzen Welt

Der Genfer Uhren- und Schmuckhersteller Chopard wurde im Jahre 1860 von Louis-Ulysse Chopard in Sonvilier im Schweizer Jura gegründet. Heute gehört die Kette der deutschen Familie Scheufele. Die Firma ist in der ganzen Welt mit Boutiquen vertreten und beschäftigt laut dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz» weltweit rund 2000 Angestellte, knapp 1000 davon in der Schweiz. Der Jahresumsatz (Schmuck und Uhren) wird auf 900 Millionen Schweizer Franken geschätzt.

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