Für die Exportfirmen ist die Durststrecke bald vorbei: «Die Exportindustrie könnte schon Ende dieses Jahres leicht vom Aufschwung im Ausland profitieren», sagt Thomas Jordan im Interview mit der «Handelszeitung». «Wir gehen davon aus, dass sich der Abschwung in Amerika, aber auch in Europa über die nächsten Monate deutlich verlangsamt.» Daher besteht laut dem Direktionsmitglied der Nationalbank auch für die Schweizer Wirtschaft Grund zur Hoffnung: «Wir erwarten für die Schweiz positive Impulse aus dem Ausland.» Allerdings sei unser Land später als die USA und unsere Nachbarländer in die Rezession gerutscht. Daher werde es hierzulande länger dauern, bis die Erholung richtig einsetzt. «Mitte 2010 sollte das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) in der Schweiz wieder in den positiven Bereich zurückkehren.»

Das 1. Semester 2010 wer- de allerdings noch negative Wachstumsraten bringen. «Der Abschwung schwächt sich aber kontinuierlich ab.» Ein rascher Aufschwung mit hohen Wachstumsraten wie vor der Krise sei aber illusorisch. Die steigende Arbeitslosigkeit werde den Konsum belasten und auch bei den Investitionen seien keine enormen Zuwächse zu erwarten. «Die Arbeitslosigkeit dürfte erst 2011 wieder zurückgehen.» Daher werde die breite Bevölkerung die Wende wohl erst im übernächsten Jahr richtig spüren. Bereits vorweggenommen wird die Erholung von den Börsen: «Die sich abzeichnende Rückkehr der Weltwirtschaft zur Normalität könnte die positive Stimmung sogar noch weiter beflügeln», sagt Jordan.