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2,5 Milliarden Verlust – 2,5 Milliarden Bonus

Axel Weber: Die Boni-Kultur verändert sich graduell, aber sie bleibt. (Bild: Bloomberg)

Alles bleibt anders bei der UBS: Trotz branchenunüblichen Änderungen im Vergütungsprogramm werden die Topkader mit Superboni bei Laune gehalten.

Von Christian Bütikofer
am 05.02.2013

Das Jahr 2012 endete mit der Milliarden-Libor-Busse so turbulent, wie es mit dem Adoboli-Prozess begonnen hatte. Die Topshots der Bank werden auf stürmischer See trotzdem nicht nass.

Nach dem heute ausgewiesenen Reinverlust von 2,5 Milliarden Franken wird bekannt, welche Boni die Kader über die nächsten Jahre kassieren: 2,5 Milliarden Franken.

Risiko für Management gemindert

Das ist der tiefste Stand seit der Finanzkrise - die Boni wurden gegenüber 2011 um weitere sieben Prozent gesenkt. Gegenüber 2010 schrumpfte das Boni-Volumen gar um die 40 Prozent. Doch was änderte sich wirklich?

6500 der 65'000 UBS-Angestellten, davon um die 2500 Managing Directors, werden nun durch so genannte «Bail-In»-Festverzinliche belohnt. Die Bonus-Instrumente verlagern sich wie bei der Credit Suisse weg vom Eigenkapital hin zu Fremdkapital. Das heisst: Statt risikoreiche Aktien und Optionen gibts nun einen sicheren jährlichen Zins.

Frühere Boni-Pläne wurden fürs UBS-Management zunehmend unattraktiv, etliche Optionenpläne der Spitzenmanager hatten Ausübungspreise, die weit über dem aktuellen Kurs von 15 Franken liegen.

Theoretische Nuller-Jahre

Sollte das Eigenkapital der UBS risikogewichtet unter sieben Prozent fallen, gibts keinen Bonus mehr - ein Katastrophen-Szenario jedoch, das höchst unwahrscheinlich zur Wirklichkeit wird. Solange das Kapital über jener Grenze liegt, profitieren die Manager von einem hohen jährlichen Coupon von um die sieben Prozent.

Nach aussen wird die neue Vergütungspolitik als Instrument verkauft, das zwischen Eigentümern und Management ein faires Gewinn/Verlust-Verhältnis schafft.

Die Änderung der Boni-Pläne generierten in der englischsprachigen Presse bereits positive Reaktionen. So verkündete die «Financial Times», die UBS werde mit ihrem neuen Bonus-Konzept zum Vorreiter der Branche. Die UBS sei mit der 7-Prozent-Verfallgrenze die erste Bank, die solche - theoretische - Nuller-Boni im Programm habe und damit einer Empfehlung einer EU-Kommission folge.

Mit dem neuen Szenario versucht die UBS-Spitze, bei den Aktionären als veranwortungsvolle Banker zu punkten. Dazu gehört auch, dass CEO Sergio Ermotti gezwungen wird, 500'000 Aktien zum gegenwärtigen Preis zu halten - statt den 300'000 Stück nach dem alten Schema.

Die Änderungen in den Vergütungs-Programmen der UBS sind tatsächlich signifikant. Eine Abkehr von der Bonus-Kultur jedoch sieht anders aus.

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