Die 1882 gegründete und für Mandanten in aller Welt tätige Kanzlei Weickmann & Weickmann ist mit rund 130 Mitarbeitenden auf allen Gebieten des gewerblichen Rechtsschutzes national und international tätig und bei allen einschlägigen Behörden und Gerichten zugelassen. Zu den Aufgaben der Patentanwälte zählen unter anderem die Beratung von Mandanten über Schutzrechtsstrategien, die Ausarbeitung von Schutzrechtsanmeldungen sowie das Betreiben der Verfahren zur Erlangung von Patentschutz, Gebrauchsmusterschutz, Markenschutz und Designschutz.

Weil der bisherige Standort der Kanzlei in München zu klein wurde und einer weiteren Expansion im Weg stand, entschieden sich die Anwälte für den Umzug in ein neues Gebäude. Dies verlangte auch die Verlegung der gesamten Registratur mit annähernd 35 000 Akten. Dabei sollte neben erweiterter Kapazität auch zukünftig schnell und unkompliziert auf die Dokumente zugegriffen werden können. Eine massgeschneiderte Lösung bot SSI Schäfer, Neunkirchen. Der Intralogistikspezialist realisierte in enger Kooperation mit dem Kunden eine individuelle Verschieberegalanlage. Das neue Dokumentenlager nutzt den zur Verfügung stehenden Raum jetzt nicht nur optimal aus, sondern verfügt bereits über integrierte Wachstumsreserven für die kommenden Jahre.

Zum Planungs- und Beratungsansatz des Intralogistikspezialisten gehörten unter anderem die Präsentation und qualifizierte Bewertung von Lösungsalternativen, der Besuch von projektindividuell ausgewählten Referenzprojekten sowie die letztendliche Entscheidungshilfe mit der Präferenzaussage für die schienengebundene Verschieberegalanlage.

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Komplexe Raumverhältnisse

«Wir sahen mit einer Verschieberegalanlage unsere Anforderungen an Kapazität und Bedienbarkeit exakt erfüllt», erklärt Johannes Tiesmeyer, Partner bei Weickmann & Weickmann. Die Umsetzung erfolgte schnell und kompetent. Eine Reihe von interdisziplinären Aufgabenstellungen, welche sich auch aufgrund der komplexen bautechnischen Situation der Fussbodenkonstruktion ergaben, wurde in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Produktspezialisten von SSI Schäfer und dem Kompetenzzentrum Verschieberegaltechnologie der Intralogistikspezialisten in der Schweiz erfolgreich gelöst.Die schienengebundene Verschieberegalanlage mit einem maximalen Gesamtgewicht von 121 000 Kilo ist auf einer Fläche von 161 Quadratmetern massgeschneidert auf die winkeligen Raumverhältnisse installiert. Die insgesamt 29 Verschiebewagen bieten die geforderten Kapazitäten für 6266 Aktenstapel und 2380 Aktenordner. Angepasst an die Raumverhältnisse und für optimalen Zugang sind die Verfahrwagen für Aktenstapel länger konzipiert als die für die Aktenordner.

Aufgrund der raumbedingt vergleichsweise ungünstigen Breiten- und Höhenverhältnisse mussten die insgesamt 29 Verschiebewagen der Anlage auf Schienen installiert werden, die mit einer zusätzlichen Kippsicherung ausgestattet sind. Hinzu kommt die Berücksichtigung des besonderen Lagergutes, welches aufgrund einer grossen Varianz an Abmessungsvarianten die Festlegung einer einheitlichen Fachgrössenzuordnung nahezu unmöglich machte. In der Planung wurden daher jedem Fach zusätzliche Freiräume zugeordnet, um eine maximale Flexibilität in der Lagergutzuordnung zu ermöglichen. Um dennoch die geforderten Gesamtkapazitäten sicherstellen zu können, musste die technisch und wirtschaftlich maximal mögliche Bauhöhe ausgenutzt werden. Dabei galt es zu beachten, dass die Mitarbeiter einzelne Akten und gebündelte Aktenstapel nur bis zu einer gewissen Regalhöhe entnehmen können. Die realisierte maximale Höhe von 2,80 Metern bietet nun sieben Lagerebenen pro Verschiebewagen, wobei sich die oberen Fächer mit Einsatz einer handelsüblichen Leiter praktikabel bedienen lassen.

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Eine weitere Besonderheit stellt die Unterteilung der Regalgefache durch stabile Trennwände aus der Industrielagertechnik dar, welche bei SSI Schäfer aus dem Standardregalprogramm entnommen wurden. Die in den Regalzeilen damit realisierte Wabenstruktur der Fachanordnung besitzt genügend Stabilität für die schwersten Aktenstapel.

Zukunftsorientierte Planung

Die neue Anlage, die sich mit geringem Kraftaufwand bedienen lässt, ist, wie Tiesmeyer bestätigt, «von den Mitarbeitern sofort akzeptiert worden» und bewährt sich im Alltag. Tiesmeyer weiter: «Unser gesamtes Haus wurde erst zum Umzugstermin fertiggestellt. Dabei verliefen alle damit verbundenen Arbeiten von bis zu sieben Firmen parallel.» Die neue Verschieberegalanlage werde für viele Jahre ihre Zwecke erfüllen, wie die Verantwortlichen bestätigen. Auch kapazitätsmässig wird sie ausreichen, da Weickmann & Weickmann derzeit mit der Digitalisierung neu anzulegender Akten beginnen, wo die Beschaffenheit der Originalunterlagen dieses Vorgehen zulässt. Allerdings wird es angesichts der jahrzehntelangen Aufbewahrungsfristen für bestehende Akten eine papierlose Kanzlei auch in fernerer Zukunft nicht geben.

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