1. Home
  2. Unternehmen
  3. 390-Millionen-Busse für Holcim in Indien

Unternehmen

390-Millionen-Busse für Holcim in Indien

Holcim: Bei 682 Millionen Franken Konzerngewinn sind 390 Millionen Franken Busse nicht wenig. (Bild: Keystone)

Wegen Preisabsprachen brummt Indien dem Zementhersteller Holcim eine Busse von fast 390 Millionen Franken auf. Der Schweizer Konzern wehrt sich.

Veröffentlicht am 21.06.2012

Der Zementkonzern Holcim kassiert eine happige Busse wegen Preisabsprachen in Indien. Die indische Wettbewerbskommission habe eine Strafzahlung von 390 Millionen Franken gegen die beiden Konzerngesellschaften ACC und Ambuja Cements verhängt, teilte der grösste Zementhersteller der Welt mit.

Die Verfügung beziehe sich auf ein Wettbewerbsverfahren aus dem Jahr 2010, welches das Verhalten mehrerer führender Zementproduzenten in Indien untersucht habe. Gegen insgesamt elf Unternehmen verhängte die Behörde eine Busse von insgesamt umgerechnet gut 1 Milliarde Franken. Laut der Nachrichtenagentur Reuters ist das die höchste Strafzahlung, die der Regulator je verhängt hat.

Beide Holcim-Töchter bestritten allerdings die Anschuldigungen und Schlussfolgerungen der Wettbewerbskommission, schrieb der Schweizer Konzern im Communiqué. Sie wollten dagegen rechtliche Schritte ergreifen: Die Anschuldigungen seien haltlos, sagte Holcim-Sprecher Peter Stopfer. Es habe keine Preisabsprachen gegeben. Der Konzern habe keine Rückstellungen für die Busse gebildet.

Aktie höher

Wird die Busse allerdings definitiv, dann schlägt dies gewaltig auf die Rechnung von Holcim durch. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war der Konzerngewinn um knapp 60 Prozent auf lediglich noch 682 Millionen Franken eingebrochen.

Dennoch schreckte die Aussicht auf die mitten im Börsenhandel bekannt gewordene Riesenbusse die Investoren nicht. Die Holcim-Aktie an der Schweizer Börse legten zu.

Auch in Brasilien läuft ein Kartellverfahren gegen Holcim und fünf weitere Zementhersteller. Diese werden vom Justizministerium verdächtigt, die Preise untereinander abgesprochen zu haben. Damit sei es den sechs Unternehmen gelungen, die restliche Konkurrenz aus dem Geschäft zu verdrängen.

Holcim weist auch in Brasilien den Verdacht der Preisabsprache von sich. Man habe sich nicht an gesetzeswidrigem Verhalten beteiligt.

(tno/sda)

Anzeige