Das Übernahmefieber im Pharmasektor hält an: Nun will der israelische Teva-Konzern das Generika-Geschäft des irischen Branchenkollegen Allergan für 40,5 Milliarden US-Dollar kaufen. Laut Teva sollen 33,75 Milliarden Dollar in bar und der Rest in Teva-Aktien fliessen.

Wenn die Behörden zustimmen, soll alles im ersten Quartal 2016 unter Dach und Fach sein. Zum Teva-Konzern gehört bereits unter anderem Ratiopharm, einer der bekanntesten Hersteller von Nachahmer-Produkten in Deutschland.

Teva erhöht Prognose

Gleichzeitig legte Teva am Montag vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vor und erhöhte die Prognose. Der Gewinn je Aktie dürfte im laufenden Jahr bei 5,15 bis 5,40 US-Dollar liegen. Bisher hatte die Latte mit 5,05 bis 5,35 Dollar etwas niedriger gelegen.

Im zweiten Quartal stieg der bereinigte Gewinn je Aktie im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 1,43 Dollar. Der Umsatz sank hingegen um zwei Prozent auf knapp fünf Milliarden Dollar. Ohne Wechselkursschwankungen und die Abgabe von Geschäften hätte sich aber eine Steigerung um sechs Prozent ergeben.

Kaufangebot gilt nicht mehr

Darüber hinaus zog Teva am Montag wie erwartet sein Kaufgebot für den US-Pharmakonzern Mylan zurück. In dieser Übernahmeschlacht hatte Teva zuletzt einen Rückschlag erlitten.

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Bei Mylan hatte eine formal unabhängige, aber vom Unternehmen ins Leben gerufene niederländische Stiftung in der vergangenen Woche die Kontrolle über die Hälfte des Kapitals erlangt. Teva hatte insgesamt gut 40 Milliarden Dollar für Mylan geboten.

Übernahmerekord in Sicht

Insgesamt ist der Pharmasektor auf einem guten Weg, seinen Übernahmerekord aus dem vergangenen Jahr zu übertreffen. 2014 waren Zukäufe für mehr als 200 Milliarden Dollar verzeichnet worden.

In diesem Jahr sind es bereits über 180 Milliarden Dollar. Auch bei den Versicherern hatte es zuletzt im US-Gesundheitsmarkt einen Durchbruch gegeben. Der Krankenversicherer Anthem will den Rivalen Cigna für gut 48 Milliarden Dollar übernehmen.

(awp/mbü/hon)