Weltweit nimmt die Abschottung der Märkte laut einer aktuellen Studie weiter zu, allerdings weniger stark als zuvor. Für 2018 erwarten die Volkswirte des weltweit führenden Kreditversicherers Euler Hermes, dass die Staaten rund 400 neue protektionistische Massnahmen beschliessen wie zum Beispiel Zölle oder Handelsbeschränkungen.

Im Vergleich zum Vorjahr wäre das allerdings ein Rückgang. 2017 wurden 560 neue Massnahmen gezählt. Die Strafzölle zwischen den weltgrössten Volkswirtschaften USA und China sowie andere Handelskonflikte etwa zwischen den USA und der EU sind ein wichtiges Thema auf dem G20-Gipfel, der am Freitag in Buenos Aires beginnt.

Kein Handelskrieg

Trotz der Flut an Handelshemmnissen rechnet die Allianz-Tochter nicht mit einem weltweiten Handelskrieg. «Mit den neuen Mehrheitsverhältnissen im Repräsentantenhaus dürften die USA beim Thema Handel eine insgesamt konstruktivere Haltung einnehmen», sagte Chefvolkswirt Ludovic Subran.

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Nach den Berechnungen von Euler Hermes würde ein Handelsstreit mit US-Zöllen bis zu sechs Prozent ungefähr einen halben Prozentpunkt des globalen Wirtschaftswachstums kosten. Ein Handelskrieg mit Zöllen oberhalb von durchschnittlich zwölf Prozent würde hingegen mit zwei Prozentpunkten zu Buche schlagen.

Langsameres Wachstum

Insgesamt sei das Ende des weltweiten Konjunkturzyklus in Sicht. Das wirke sich auch auf den Welthandel aus. Das Wachstum verlangsame sich vermutlich von 3,8 auf 3,6 Prozent.

Dennoch würden deutsche Exporteure auch im kommenden Jahr auf der Gewinnerseite stehen: Sie könnten ihre Ausfuhren um bis zu 64 Milliarden Dollar steigern. Das sei der viertgrösste Anstieg hinter China, den USA und Indien.

«Deutsche Unternehmen profitieren von dem weiterhin stabilen Welthandel», sagte Ron van het Hof, Chef von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

(sda/gku)