Schweizer Behörden haben auf Begehren italienischer Staatsanwälte gefälschte US-Anleihen im Wert von 6 Billionen Dollar konfisziert. Im Zuge dieser Ermittlungen wurden in Italien acht Personen wegen Betrugverdachts festgenommen, berichtet die «Repubblica» in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die Bonds mit falschem Ausgabedatum 1934 wurden 2007 von Hongkong nach Zürich geschmuggelt, berichtete die Staatsanwaltschaft im süditalienischen Potenza. Es handelte sich dabei zweifelsfrei um Fälschungen, bestätigten US-Vertreter. Der Wert umfasst mehr als ein Drittel der gesamten ausstehenden US-Bonds. Die Täter hatten versucht, die falschen Bonds an ein Entwicklungsland zu verkaufen.

Treuhänder aus dem Kanton Zürich

Die Untersuchungen hätten sich über rund ein Jahr hingezogen, hiess es. Die Staatsanwaltschaft Zürich leistete auf Antrag der Kollegen in Potenza Amtshilfe und übergab ihre Erkenntnisse im Juli vergangenen Jahres an die Italiener.

Die Staatsanwälte von Potenza lobten die konstruktive Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden, die zur Konfiszierung der Staatspapiere geführt habe, bevor der Betrug vollendet wurde.

In einer Stellungnahme vom Freitag bestätigte die Staatsanwaltschaft Zürich den Sachverhalt. Sie habe «im Zusammenhang mit Beweismittel ein Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Potenza bearbeitet». Das Verfahren sei am 22. Juli 2011 rechtskräftig erledigt worden. «Die beantragten Beweismittel wurden der Staatsanwaltschaft Potenza übergeben.»

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Die Untersuchung erfolgte aufgrund von Ermittlungen gegen einen Mafia-Clan in der süditalienischen Region Basilikata. Laut den italienischen Staatsanwälten versuchten die Mafiosi, die falschen Staatspapiere in Entwicklungsländern oder bei Banken zu platzieren. Die amerikanische Botschaft teilte mit, sie gehe davon aus, dass diese falschen Anleihen Teil eines Betrugsplans auf Kosten «gewisser Schweizer Banken» gewesen seien.

Die Strafverfolgungsbehörden des Bundes - Bundesanwaltschaft und Fedpol - oder weitere Bundesstellen waren an der Aktion nicht beteiligt.

Schon Anfang Juni 2009 meldete der italienische Zoll einen ähnlichen Fund: Die Zöllner beschlagnahmten gefälschte US-Staatsanleihen im Wert von 134 Milliarden Dollar im Fach eines Koffers. Auch jene Täter waren auf dem Weg in die Schweiz.

(chb/sda)