Die Finanzkrise, strukturelle Probleme und die demografische Entwicklung setzen der Altersvorsorge stark zu. Bereits im nächsten Jahr erwartet die AHV ein negatives Umlageergebnis, das heisst, es wird mehr Geld ausbezahlt, als eingenommen wurde. «Wir haben es in wirtschaftlich guten Zeiten verpasst, gewisse langfristige Lösungen zu finden», sagt Marco Netzer, VR-Präsident des AHV-Ausgleichsfonds, im Interview mit der «Handelszeitung». Nun müssten entweder das Rentenalter oder die Beiträge erhöht werden. Eine Kürzung der Rentenleistungen hält Netzer dagegen für keine valable Alternative.

Wenn in den nächsten Jahren keine AHV-Revision durchkommt, wird die 1. Säule früher oder später zu einem Schuldner des Bundes. «Wir brauchen eine Lösung, und sie muss in den nächsten zehn Jahren beschlossen werden», erklärt Eric Breval, Managing Director des AHV-Ausgleichsfonds. Mit ein Grund ist auch der Verlustvortrag an die Invalidenversicherung (IV), welche die Substanz des AHV-Fonds aushöhlt. Eine Annahme der Vorlage über die IV-Zusatzfinanzierung würde zur Entspannung bei der AHV beitragen. «Die IV-Zusatzfinanzierung ist damit fast eine AHV-Zusatzfinanzierung, weil sie die AHV rettet», so Breval.

Erschwerend kommt hinzu, dass der AHV-Fonds 2008 im Anlagegeschäft einen Rekordverlust von 4,8 Mrd Fr. eingefahren hat. Im 1. Halbjahr 2009 ist die Gesamtrendite mit über 3% nun wieder positiv ausgefallen. Dabei hat das Absichern der Fremdwährungen die Performance des Fonds allerdings geschmälert.