Der weltgrösste Bierbrauer Anheuser-Busch InBev unternimmt einen neuen Anlauf zur Übernahme der Nummer zwei SABMiller. Für ein Papier des britischen Konkurrenten würden jetzt 42,15 Pfund in bar geboten, teilte der in Belgien ansässige Marktführer am Mittwoch mit. Bislang lang das Angebot bei rund 40 Pfund je Aktie. Das neue Unternehmen käme demnach auf einen Jahresumsatz von 64 Milliarden Dollar, bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 24 Milliarden Dollar.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die SABMiller-Führung das 40-Pfund-Angebot der Konkurrenz in den Wind schlagen will. Die 100 Milliarden Dollar, die auf dem Tisch lagen, seien dem Pilsner-Urquell-Anbieter zu wenig, meldete Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf Insider. Statt der bisher gebotenen rund 40 Pfund je Aktie erwarteten Management wie auch Aktionäre einen Preis mehr in Richtung von 45 Pfund je Anteilsschein. Mit dem neuen Angebot geht der Bierkoloss in diese Richtung.

SABMiller mit wenig Spielraum

Anheuser-Busch aus Belgien und SABMiller aus Grossbritannien hatten im September Gespräche über eine Fusion bekanntgegeben. Beobachter sind der Meinung, dass SABMiller nur begrenzte Möglichkeiten hat, eine Offerte abzuwehren. Nomura-Analysten zufolge ist jedenfalls kein sogenannter «weisser Ritter» – also ein Investor, der ein Gegenangebot vorlegt, in Sicht.

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In die Übernahmegespräche geht SABMiller zumindest mit Rückenwind. Im zweiten Quartal zu Ende September stieg der Umsatz währungsbereinigt um sechs Prozent, der Absatz legte um zwei Prozent zu. Im ersten Quartal hatte er noch stagniert. Vor allem Lateinamerika und Afrika trugen nun zu der positiven Entwicklung bei.

(reuters/ise/ama)