Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB will eigene Aktien im Wert von vier Milliarden Dollar zurückkaufen. Etwa drei Viertel der erworbenen Anteilsscheine will der Siemens-Rivale einziehen, wie ABB am Dienstag mitteilte. Dadurch sinkt die Zahl der Aktien, der Gewinn je Aktie würde auch bei einem stagnierenden Ergebnis steigen. Rund ein Viertel der zurückgekauften Aktien will das Unternehmen für Mitarbeiteraktienprogramme verwenden. Der Rückkauf soll am 16. September beginnen.

Zugleich setzte sich ABB neue Mittelfristziele. Im Zeitraum von 2015 bis 2020 strebe das Management eine jährliche Steigerungsrate des operativen Gewinns pro Aktie (EPS) um zehn bis 15 Prozent sowie eine Cashflow-Rendite auf das investierte Kapital (CROI) im mittleren Zehnerprozentbereich an. Der Umsatz solle auf vergleichbarer Basis um vier bis sieben Prozent pro Jahr wachsen und damit das vorhergesagte Marktwachstum übertreffen. Im gleichen Zeitraum will ABB die nun in operativem EBITA gemessene Rentabilität in einem Band von elf bis 16 Prozent verbessern.

Problemdivision: Energietechniksysteme

«Wir verlagern unseren Schwerpunkt in Richtung Wachstumssegmente, verbessern gleichzeitig unsere Wettbewerbsfähigkeit und senken die Risiken vor allem in unserer Division Energietechniksysteme. Um flexibler und schneller reagieren zu können, werden wir zudem die Kundenorientierung verbessern», wird Konzernchef Ulrich Spiesshofer im Communiqué zitiert.

Die Division Energietechniksysteme ist die Problemdivision des Konzerns, sie schrieb drei Quartale in Folge Verluste. 2012 mussten 350 Mio. Dollar abgeschrieben werden. Inzwischen hat ABB die Division neu ausgerichtet. Nun hält der Konzern also am eingeschlagenen Kurs der Division fest.

Neuer Verwaltungsrat

Erfahrungen mit Generalunternehmengeschäften, der Prozessindustrie und mit Afrika soll David Constable einbringen. Der Chef des südafrikanischen Energie- und Chemiekonzerns Sasol wurde für die Generalversammlung 2015 zur Wahl in den Verwaltungsrat von ABB nominiert.

Peter Terwiesch, derzeit Leiter der Region Zentraleuropa und Deutschland, wird auf Anfang 2015 als Leiter der Division Prozessautomation in die Konzernleitung berufen. Die drei neu geschaffenen Konzernregionen stehen unter der Leitung von bisherigen Mitgliedern der Konzernleitung: Frank Duggan (Asien, Naher Osten und Afrika), Greg Scheu (Nord- und Südamerika) und Veli-Matti Reinikkala (Europa).

(sda/reuters/ise/ama)