Heute Morgen hat die ABB den Verkauf der Stromnetzsparte nach Japan verkündet. Doch das ist nur der Anfang. Faktisch hat Konzernchef Ulrich Spiesshofer den grössten Industriekonzern des Landes neu gezeichnet: ABB soll zum Hightech-Konzern werden, agiler, innovativer, digitaler, dezentraler.

Dieser Schritt war überfällig, denn der Industriegigant ist in die Jahre gekommen. Die Bürokratie ist immer noch gross und komplex, die Länderchefs immer noch einflussreich, die Zentrale übermächtig. Das alles soll sich ändern. Spiesshofer kappt die Macht der Länder, stattdessen werden die neuen vier Geschäftsfelder – Robotik, Automatisierung, Elektrifizierung, Antriebstechnik – verselbständigt, damit sie schneller auf die spezifizischen Bedürfnisse der Kundschaft reagieren können. Im Zentrum steht die Division Robotik. Sie will die Industriefabriken dieser Welt mit intelligenten mehrhändigen Alleskönnern ausrüsten, die präzis arbeiten und erst noch nicht müde werden.

Abbau von Stellen?

Die Neuausrichtung und das Aktienrückkaufprogramm werden die arg strapazierten Aktionäre fürs erste erfreuen. In der ABB-Zentrale in Zürich-Oerlikon wird sich die Begeisterung allerdings in Grenzen halten. In der englischen Version der Pressemitteilung steht nämlich ein Satz, der bedrohlich tönt: «The corporate center will be further streamlined.» Mit anderen Worten: Es wird in der Zentrale in Zürich-Oerlikon abgebaut.

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