ABB-Chef Ulrich Spiesshofer will kurzfristig keine grösseren Zukäufe wagen. «Wir haben zuletzt drei grosse Übernahmen gemacht: Thomas & Betts, PowerOne und Baldor Electric. Da im Moment noch etwas draufzusetzen, wäre falsch», sagte er der «Süddeutschen Zeitung» (Montagausgabe). Es seien kurzfristig keine grösseren Akquisitionen mehr geplant. «Wir konzentrieren uns auf die Integration und mit Power Systems haben wir auch viel Arbeit.»

Einem möglichen Verkauf der schwächelnden Sparte Power Systems erteilte er eine Absage. Der Bereich werde in Zukunft dem Konzern wieder Freude machen und sei «ein elementarer Bestandteil» des Energietechnikportfolios von ABB, sagte Spiesshofer.

Krankes Kind

«In jeder Familie gibt es immer ein Kind, das gerade mal Kopfweh hat, dieses ist nun etwas ernster erkrankt, aber deswegen gibt man es ja nicht gleich zur Adoption frei.» Die Schwierigkeiten der Sparte seien ihm in dieser Klarheit nicht bekannt gewesen, als er den Chefposten 2013 übernommen hatte. «Daher haben wir in dem betroffenen Problembereich die ersten vier Managementebenen komplett ausgetauscht.» Im Bereich Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee habe es die grössten Probleme gegeben.

Die Ziele, die sich der Konzern im September bis 2020 gesetzt hatte, bestätigte Spiesshofer. «Dazu stehen wir selbstverständlich noch immer.» Der ABB-Chef hatte im September neue Ziele gesteckt. Bis 2020 soll der Umsatz um vier bis sieben Prozent pro Jahr wachsen, die operative Rendite (Ebita-Marge) soll elf bis 16 Prozent betragen

(reuters/ise)

 

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