Das Energietechnikunternehmen ABB Schweiz sieht sich trotz des Frankenproblems gut positioniert. Firmenchef Remo Lütolf sagte an einem Medienanlass bei ABB Sécheron in Genf, dank Produktivitätsfortschritten sei der derzeitige Euro-Franken-Wechselkurs erträglich.

Für ABB Sécheron stehe eine Standortverlagerung nicht zur Debatte. Schon bei der Frankenaufwertung im Jahr 2011 habe die Gruppe Rationalisierungen vorgenommen. «Der starke Franken ist eine Herausforderung. Wir sind aber zuversichtlich, wir haben unsere Konkurrenzfähigkeit weiter verbessert und wir verfügen über Mehrjahresverträge», sagte Lütolf.

Nur ein Drittel geht in die Eurozone

Er verwies darauf, dass ABB Schweiz nur ein Drittel der Produkte in die Eurozone exportiere. Die Ausfuhren in den Dollarraum seien etwas weniger von der Frankenstärke betroffen. Überdies könne das Unternehmen Rohstoffe zu tieferen Preisen einkaufen.

«Wir haben Trümpfe, um die Folgen der Frankenstärke zu begrenzen», sagte Jean-Luc Favre, Generaldirektor von ABB Sécheron und Verantwortlicher für die weltweiten Bahntechnikaktivitäten des ABB-Konzerns. Er verwies auf die Kompetenzen und Innovationen, welche zum Wachstum des Geschäfts beigetragen hätten.

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23 Prozent Wachstum pro Jahr

So wuchs das Bahngeschäft seit 2004 von 214 Millionen auf 1,7 Milliarden Franken. Das entspricht einer durchschnittlichen Expansionsrate von 23 Prozent pro Jahr. In den zehn Jahren hat sich die Produktion von Traktions-Transformatoren verzehnfacht. So produzierten die 350 Beschäftigten von ABB Sécheron 2014 eine Rekordzahl von 1000 Transformatoren, was über die Hälfte des Weltmarktes ausmacht.

Die ABB Schweiz mit ihren 6640 Beschäftigten verbuchte im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang des Umsatzes auf 3,41 Milliarden Franken von 3,55 Milliarden Franken im Vorjahr. Der Bestellungseingang hingegen nahm um 5 Prozent auf 3,48 Milliarden Franken zu. 20 Prozent des Budgets von ABB für Forschung und Entwicklung werden in der Schweiz investiert.

(sda/ise)