ABB hat im zweiten Quartal 2014 den Umsatz bei 10,19 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr gehalten (organisch minus 1 Prozent). Der Auftragseingang legte dagegen um 13 Prozent auf 10,57 Milliarden zu. Mit Grossaufträgen sei ein Wachstum von über 70 Prozent erzielt worden und auch die Basisaufträge hätten zugelegt, teilt der Energietechnik- und Automationskonzern am Mittwoch mit. Zu dieser Wachstumsdynamik hätten alle Regionen beigetragen.

Der operative Betriebsgewinn (Ebitda) reduzierte sich um 15 Prozent auf 1,33 Milliarden und die entsprechende Marge auf 13,0 von 15,2 Prozent. Der Ebit fiel um 11 Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar zurück und die Ebit-Marge auf 10,3 von 11,6 Prozent. Der Reingewinn gab um 17 Prozent auf 636 Millionen Dollar nach, wogegen der Cashflow aus Geschäftstätigkeit um 64 Prozent auf 888 Millionen kletterte.

Erwartungen verfehlt

Damit hat ABB die Erwartungen der Analysten mit den Gewinnziffern verfehlt, mit dem Umsatz punktgenau getroffen und einzige mit dem Auftragseingang positiv überrascht. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 10,20 Milliarden Dollar, für den Auftragseingang bei 9,77 Milliarden, für den Ebitda bei 1,45 Milliarden, für den Ebit bei 1,10 Milliarden und für den Reingewinn bei 698 Millionen Dollar.

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Die niedrigere Ebitda-Marge spiegele hauptsächlich die anhaltenden projektpezogenen «Herausforderungen» in der Division Energietechniksysteme. Im Zusammenhang mit anhaltenden Belastungen durch Grossprojekte in der Offshore-Windindustrie und im Solarsektor, bei denen ABB als Generalunternehmer (EPC-Projekte) tätig ist, resultierte im zweiten Quartal erneut ein Verlust, zum dritten Mal in Folge. Auf Stufe Ebitda belief sich dieser auf 24 Millionen Franken.

Portfoliobereinigung geht weiter

Bezüglich der angestrebten Portfoliobereinigung sieht sich ABB auf Kurs: «Seit Oktober letzten Jahres setzen wir unsere Ankündigung, das Portfolio wertsteigernd zu optimieren und den Fokus verstärkt auf unser Kerngeschäft zu legen, konsequent um», wird CEO Ulrich Spiesshofer zitiert.

In der zweiten Jahreshälfte werden das Unternehmen die organischen Wachstumsinitiativen in einem uneinheitlichen Marktumfeld weiter entschlossen vorantreiben, die konsequente Umsetzung des Cashmanagements fortsetzen und die Kostensenkungen beschleunigen, gibt der Konzernchef die Stossrichtung vor. Er sei zuversichtlich, dass die Aktionäre von ausgewogenen Wachstum und den Initiativen für eine verbesserte operative Umsetzung profitieren werden.

Positiver Ausblick

Das ABB-Management schätzt den langfristigen Ausblick für die Nachfrage nach den ABB-Geschäften weiterhin eindeutig positiv ein. Der Bedarf an einer effizienten und zuverlässigen Stromübertragung und -verteilung werde weiter steigen, angetrieben durch Faktoren wie die zunehmende Urbanisierung in den Schwellenländern, Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels, den rasch wachsenden Energiebedarf aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und die Modernisierung alternder Stromnetze, wiederholt ABB in der Mitteilung frühere Aussagen. Gleichzeitig werde sich die Nachfrage nach industriellen Automationslösungen erhöhen, da Kunden eine Steigerung von Produktivität, Effizienz, Produktqualität und Sicherheit anstreben.

In der kurzen Frist sieht ABB positive frühzyklische makroökonomische Signale, dazu zählt zum Beispiel die USA. Es bleiben nach Ansicht der Managements aber Unsicherheiten hinsichtlich der Dynamik und Stärke des Wirtschaftswachstums in einige Schwellenländern bestehen. In Europa werde das Wachstum voraussichtlich einem ähnlichen Muster folgen wie im zweiten Quartal und sich je nach Land und Branche unterschiedlich darstellen, so die Erwartung.

Ziele und Strategie im September

ABB kündigt zudem an, dass am Investorentag vom 9. September in London die neue Unternehmensstrategie sowie neue Finanzziele bekannt geben werden. Darüber hinaus werde das Unternehmen seine Prioritäten für die Generierung von Mehrwert und Kapitalallokation kommunizieren.

(awp/gku/vst)