Seit 40 Jahren steht das ABB-Forschungszentrum in Baden-Dättwil im Zeichen von neuen Ideen und neue Köpfen. Doch die Talente werden rar und die Suche nach Ingenieuren in der Schweiz und Europa zu einer grossen Herausforderung für die Unternehmen. «Wir müssen die Begeisterung für die Technik bereits bei den Kindern wieder wecken», fordert ABB-Schweiz-Chefin Jasmin Staiblin und geht mit Techniktagen in den firmeneigenen
Kinderkrippen mit einem guten Beispiel voran.

Bei seinem ersten öffentlichen Schweizer Auftritt widmete sich ABB-Verwaltungsratspräsident Hubertus von Grünberg dem Trendthema Energie. Durch Energieeinsparung könne verhindert werden, dass der Supergau, nämlich «kalte Füsse und kein TV», eintreffe, wies er auf humorvolle Art auf das Problem des steigenden Energiebedarfs hin. Wobei er betonte, dass die Einstrahlung der Sonne eigentlich ein Mehrfaches unseres Bedarfes abdecken würde. Für die Weiterentwicklung von alternativen Energien würden Treiber benötigt, die von Grünberg in der Politik, vor allem aber in wirtschaftlichen Vorteilen sieht. Diese zu erreichen gelänge, wenn «dem Wünschenswerten durch Kreativität die Wirtschaftlichkeit gegeben wird». Daran arbeitet Otto Preiss, Leiter Forschungszentrum Baden-Dättwil, täglich und gewährte über einen Kurzfilm einen Einblick in seinen Alltag.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion sprachen der Präsident der ETH Zürich, Ralph Eichler, Economiesuisse-Chef Gerold Bührer, der Aargauer Regierungsrat Rainer Huber sowie ABB-Technologie-Chef Peter Terwiesch zum Thema «Bildung – Forschung – Innovation». Der Ingenieursmangel sorgte auch hier für Diskussionsstoff. Ein Lösungsansatz liegt bei den Lohnanreizen. «Im Vergleich zu anderen Berufen arbeitet ein Ingenieur viel, verdient aber wenig», stellte Eichler fest. Durch die Förderung der Elite, vergleichbar wie im Sport, soll zudem gewährleistet werden, dass die Schweiz auch in Zukunft an der Weltspitze mitmischen kann. «Um die Elite zu fördern, muss das gesamte Niveau angehoben werden», ist Huber überzeugt. Und für Bührer ist entscheidend, dass «die europäischen Staaten ihre Risikoaversion ablegen», um in der Forschung international an die Spitze zu kommen.

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