Der Industriekonzern ABB hat im ersten Quartal 2013 den Umsatz um 9 Prozent auf 9,72 Milliarden Dollar (lok. Währungen +10 Prozent) und den Auftragseingang um 1 Prozent auf 10,49 Milliarden (LW +2 Prozent) gesteigert. Organisch, das heisst bereinigt vor allem um die Übernahme von Thomas & Betts, ergab sich ein leichtes Plus von 3 Prozent für den Umsatz und ein Minus von 4 Prozent für den Auftragseingang. Der Auftragsbestand lag per Ende März bei 29,61 Milliarden Dollar und damit leicht über dem Stand von Ende Dezember.

Das Marktumfeld sei uneinheitlich geblieben, wobei die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten wie Öl und Gas, Bergbau, der Schiffbau- und Versorgungsbranche je nach Region, Produkt und Kunden unterschiedlich gewesen sei, teilte ABB mit. Die breite geographische und technologische Aufstellung sowie das weltweite Vertriebsnetz hätten die Marktverunsicherungen indes teilweise kompensiert. Die Abwicklung von Aufträgen aus dem hohen Auftragsbestand habe «erheblich» dazu beigetragen, Auftrags- und Umsatzschwächen im frühzyklischen Geschäft auszugleichen.

Der Ebit blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1,05 Milliarden Dollar praktisch stabil, während der Ebitda um 19 Prozent auf 1,46 Milliarden verbessert wurde. Die für ABB mittlerweile wichtigere Ebitda-Marge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 110 Basispunkte auf 15,0 Prozent und im Vergleich zum vierten Quartal 2012 noch deutlicher. In der Berichtsperiode wurden Kosteneinsparungen von rund 260 Millionen Dollar erzielt.

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Der Reingewinn ging dagegen um 3 Prozent auf 664 Millionen zurück. Damit hat ABB die Erwartungen der Analysten mit dem Auftragseingang und dem Umsatz in etwa erreicht und mit dem Ebitda gar übertroffen, während Ebit und Reingewinn etwas dahinter zurückblieben. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang lag bei 11,02 Milliarden Dollar, für den Umsatz bei 9,55 Milliarden, für den Ebit bei 1,09 Milliarden, für den Ebitda bei 1,38 Milliarden und für den Reingewinn bei 724 Millionen.

Veränderungen bei den Nachfragetrends

Zu Beginn des zweiten Quartals 2013 hat der Konzern keine klaren Veränderungen bei den Nachfragetrends beobachten können. Die Nachfragesituation im weiteren Jahresverlauf werde voraussichtlich massgeblich durch kurzfristige Trends wie die wachsende Industrieproduktion und staatliche Massnahmen bestimmt werden, so ABB weiter.

Die langfristigen Wachstumstreiber wie die Notwendigkeit einer grösseren industriellen Produktivität, einer zuverlässigeren und effizienteren Energieversorgung und des Ausbaus der erneuerbaren Energien blieben indes unverändert bestehen.

ABB werde sich in diesem in naher Zukunft voraussichtlich sehr unsicheren Marktumfeld auf die Abwicklung von Projekten aus dem Auftragsbestand konzentrieren und die geografische Aufstellung nutzen, um profitable Wachstumschancen im Einklang mit den Zielvorgaben für 2011 bis 2015 auszuschöpfen.

«Rechnen mit Erholung»

Unterstützend würden die Initiativen zur Margenerhöhung und zur Verbesserung der Projektauswahl und -abwicklung fortgesetzt. ABB strebe weiterhin jährliche Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen in Höhe von 3 bis 5 Prozent der Umsatzkosten an.

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Mit Blick auf den im Berichtsquartal tieferen Cashflow erklärt Konzernchef Joe Hogan, dieser entspreche weitgehend den Erwartungen und spiegle den zeitlichen Verlauf von Projektausführungen. «Wir rechnen daher in den kommenden Quartalen mit einer Erholung», so Hogan.

(tke/tno/awp)