Der Verwaltungsratschef des Elektrokonzerns ABB hat sich gegen eine Aufspaltung des Energie- und Automationsgeschäfts ausgesprochen. «Ich bin strikt dagegen, Energie und Automation zu trennen», sagte Peter Voser der Schweizer «Sonntagszeitung». Die Kunden «wollen kein Flickwerk aus der Hand verschiedener Anbieter, sondern sie wollen die Stromzufuhr und die Automatisierung ihrer Fertigung aus einer Hand.» Medienberichten zufolge drängt der Finanzinvestor Cevian den Konzern zu Reformen, die auch zur Zerschlagung des Unternehmens führen könnten.

ABB hatte vergangene Woche seine neu geschaffene Sparte Stromnetze, die Versorger mit Transformatoren und anderen Produkten für die Strom-Übertragung und -Verteilung beliefert, auf den Prüfstand gestellt. Zur Debatte stehen die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen, eine Abspaltung oder ein Verkauf. Was mit der Sparte passiert, will der grösste Schweizer Industriebetrieb bis zum kommenden Jahr beschliessen.

Spiesshofer im sicheren Sattel

Die Entscheidung, die Sparte auf den Prüfstand zu stellen, sei aus eigenem Antrieb getroffen worden, sagte Voser. «Der Verwaltungsrat und das Management waren zu keiner Zeit unter Druck wegen externer Meinungsäusserungen. Die Strategie wurde langfristig entwickelt und ist für die langfristige Zukunft gedacht.»

ABB-Chef Ulrich Spiesshofer werde die Zeit haben, die für die Umsetzung der angekündigten strategischen Schritte nötig sei, sagte Voser. Auf die Frage, wie lange das sei, ergänzte er: «Der Fahrplan ist klar: Die 1000-Tage-Programme zur Kosteneinsparung sollen bis Ende 2017 vollzogen werden. Und wir haben Wachstumsprognosen bis 2020. Also ist der Zeitrahmen irgendwo dazwischen.»

(reuters/ise)

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