BAROMETER . Auf den ersten zehn Rängen der begehrtesten Arbeitgeber besteht in beiden Studien – Universum und Absolventenbarometer des Trendence-Instituts – bei den Businessabsolventen eine nahezu perfekte Übereinstimmung für glamouröse Brands (siehe dazu auch den Bericht auf Seite 83).

Auf Platz eins steht einmal mehr die UBS, gefolgt von Credit Suisse, Nestlé, PricewaterhouseCoopers, McKinsey, Novartis, Ernst&Young und L’Oréal. Bei den Studenten der Technik- und Wissenschaftsfächern zeigt sich auf den ersten zehn Rängen ein ähnliches Bild mit ABB, IBM, Siemens, Swisscom, Pilatus und Alstom. Kurz gesagt: Wirtschaftsstudenten suchen ihr Glück gerne bei der UBS, Studenten technischer Wissenschaften bei ABB. Beide Unternehmen liegen seit einigen Jahren auch an der Spitze der Universum-Studie.Unterschiedliche Ergebnisse in den Studien lassen sich möglicherweise auch dadurch erklären, dass im Absolventenbarometer nicht nur Unistudenten, sondern auch Studierende an Fachhochschulen befragt wurden, insgesamt 5300 «examensnahe Studierende». Für die Universum-Studie wurden die Aussagen von 3900 Universitäts-absolventen analysiert. Das Absolventenbarometer soll von jetzt an jährlich erscheinen und wird vermutlich ähnlich wie die Universum-Studie auf grosses Interesse bei den Unternehmen und Studenten stossen.Wirtschaftsstudenten von Universitäten bevorzugen mit über 60% einen Job im Banken- und Finanzbereich, bei den Fachhochschulstudenten sind es nur 45%. Die wiederum zeigen grosses Interesse an Einstiegsjobs im Bereich Detailhandel und Konsumgüter. Bei technischen Berufen liegt die Affinität der künftigen Maschinen- und Anlagebauer und industrieller Berufe bei 28%, bei Fachhochschulabgängern würden 32% diese Wahl treffen. Für Life Sciences und Chemie zeigen Abgänger beider Schulen mit nur rund 14% ein eher geringes Interesse. Nur 4% der Universitätsstudenten und 5% der Fachhochschulstudenten interessieren sich für die Automobilbranche. Ausnahme ist BMW, der es in Bezug auf Sympathiewerte als einziger Konzern unter die ersten fünf bringt. Fast 10% der künftigen Techniker und Ingenieure haben grosse Sympathien für die Nobelmarke.

Bodenständigere Techniker

Studierende und Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Fächer signalisieren Mobilitätsbereitschaft, wenn ein attraktives Arbeitsangebot locken würde. Zwei Fünftel würden im Inland umziehen, eine annähernd gleiche Zahl kann sich den Umzug ins europäische Ausland vorstellen. Fast 60% würden einen Job weltweit annehmen. Anders sieht es bei den Technikstudenten aus: 13% von ihnen möchten auch für ein attraktives Arbeitsangebot die Heimatregion nicht verlassen, einen Umzug innerhalb der Schweiz können sich immerhin 50% vorstellen, 50% würden eventuell auch im Ausland arbeiten.Durchschnittlich 74900 Fr. erwarten Studierende wirtschaftswissenschaftlicher Fächer. Universitätsstudierende zeigen sich hier gegenüber Fachhochschulstudenten etwas bescheidener. Anders bei den technischen Fächern: Das durchschnittlich erwartete Einstiegssalär liegt bei 72100 Fr., wobei Universitätsstudenten höhere Erwartungen an das Salär ihres ersten Arbeitsgebers nach dem Studium haben. Was die erwartete Wochenarbeitszeit betrifft, würden Wirtschaftswissenschaftler nach Studienabschluss mit 46,4 Stunden einsteigen, Technikstudierende finden 43,8 Stunden genug.

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Traumdestination Zürich

70% Studierende der Wirtschaftswissenschaften möchten einen Job in Zürich und Region haben, am liebsten bei der UBS. Ähnliche Wünsche haben Technikabsolventen: Rund 58% zieht es nach Zürich. An zweiter Stelle der beliebtesten Regionen folgen Genfersee, Nordwestschweiz, Zentralschweiz, Mittelland, Ostschweiz und Tessin.Auffallend ist, dass es für den weitaus grössten Teil der Befragten grosse Bedeutung hat, in einem Unternehmen zu arbeiten, das glaubwürdig auftritt. Der Ansicht, dass man im Ausland weniger Jobchancen hat als in der Schweiz, können nur wenige zustimmen. Mitarbeiter zu entlassen, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen, finden Fachhochschulstudenten einiges problematischer als Studenten der Wirtschaftswissenschaften. Gesamthaft messen schweizerische Studierende ihrem Privatleben grosse Bedeutung bei. Sie sind auch angesichts schlechterer Jobaussichten tendenziell nicht bereit, dieses zurückzustellen.