Das Biotechnologieunternehmen Molecular Partners verzichtet bis auf weiteres auf einen Börsengang. Als Grund nennt das Unternehmen in einem Communiqué am Dienstagabend das «ungünstige Börsenumfeld». Ursprünglich war der erste Handelstag der Namenaktien von Molecular Partners für den morgigen Mittwoch geplant. Das Bookbuilding fand vom 8. Oktober 2014 bis zum 21. Oktober statt.

Molecular Partners hat seinen Sitz in Schlieren ZH und sollte der sechste Börsengang dieses Jahres sein. Die Firma wollte damit rund 125 Millionen Franken einnehmen. Die neuen Aktien von Molecular Partners sollten beim Börsengang zu 28 bis 35 Franken je Titel platziert werden, was das gesamte Unternehmen mit bis rund 750 Millionen bewertet hätte.

Abermaliger IPO-Versuch nicht ausgeschlossen

Ein Unternehmenssprecher verwies auf den Abwärtsdruck an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen sowie auf die gestiegene Volatilität. "«Das hat die Investitionsfreude der Anleger doch belastet, und wir haben das zu spüren bekommen.»

Das Echo auf den Geschäftsplan des Unternehmens und das Managementteam sei aber gut gewesen. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass Molecular Partners in Zukunft einen weiteren Anlauf für einen Börsengang starten werde, so der Sprecher.

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Noch kein marktreifes Medikament

Die Zürcher Pharmafirma verfügt noch über kein marktreifes Medikament. Der Börsengang sollte es ermöglichen, die Produktepipeline und die Technologieplattform voranzutreiben und auszubauen, wie das Unternehmen im September mitteilte.

Molecular Partners ist spezialisiert auf Protein‐basierte Medikamente, sogenannte DARPin. Der Fokus liegt auf Augenkrankheiten und Krebs. Der am weitesten fortgeschrittene Produktkandidat Abicipar wird zusammen mit dem US-Pharmakonzern Allergan zur Behandlung der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration entwickelt.

Klinischer Test für Phase-III Studie in 2015

Die kurz «feuchte AMD» genannte Erkrankung gehört laut den Angaben in der westlichen Welt zu den wichtigsten Ursachen für Blindheit. Allergan erwartet, dass ein klinischer Phase III‐Test für Abicipar im zweiten Quartal 2015 beginnen wird.

Hinter Molecular Partners stehen Risikokapitalgeber wie Essex Woodlands, Index Ventures, Johnson & Johnson Development Corporation, BB Biotech Ventures und Endeavour Vision, wie es weiter hiess. So konnte sich Molecular Partners bislang mit Risikokapital von 56 Millionen Franken sowie Zahlungen aus Partnerschaften von 161 Millionen Franken finanzieren. Zu den Partnern zählt neben Allergan auch Roche.

 (sda/awp/ise)