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Abheben und sparen: So fliegen Sie am günstigsten

Billigflieger erweitern ihr Angebot: Nachdem Basel und Genf zu Drehscheiben der Low-Cost-Industrie wurden, rückt jetzt Zürich in den Fokus. Ein Vergleich zeigt, welche Flüge am günstigsten sind.

Von Andreas Güntert, Laura Frommberg, Tim Höfinghoff
am 20.04.2016

Fluchend steht die Dame im Business-Outfit in der Warteschlange am Basler Euro-Airport – mit Kaffee in der Hand, Zeitung unter dem Arm und grosser Handtasche über der Schulter ist sie bereit fürs Boarding. Doch es bewegt sich nichts. «So ist das hier immer», schimpft die Mittvierzigerin und versucht, mit einer yogaähnlichen Verrenkung den Kaffeebecher in Richtung Mund zu hieven.

Die Managerin arbeitet in der Pharmabranche und reist viel. Mit dem Flughafen Basel verbindet sie eine Hassliebe: «Kaum Sitzplätze, schlechter Kaffee und lange Schlangen nerven», ätzt sie. Aber der Flughafen liege nah an ihrem ­Arbeitsort, und: «Ab Basel gibt es einfach die günstigsten Flüge.»

Basel ist Billig-Hochburg

In der Schweiz ist Basel die Hochburg der Billigflieger. Easyjet, hinter Ryanair die Nummer zwei der europäischen Low-Cost-Branche, hat hier neun Flugzeuge stationiert, fliegt 53 Destinationen an und ist mit über 50 Prozent Marktanteil der Platzhirsch. An der Basis Genf sind 13 Flugzeuge stationiert, die Airline fliegt 71 Destinationen an und ist mit mehr als 40 Prozent Marktanetil ebenfalls die stärkste Anbieterin vor Ort.

In Zürich sieht das noch anders aus. Nur drei Strecken bietet Easyjet ab dem grössten Schweizer Airport an. Dafür preschen in Zürich nun andere Billiganbieter wie Vueling vor. Das Unternehmen will ab Juni sein Angebot ab Zürich verdoppeln.  Für die Kunden ergibt sich damit ein grösseres, aber auch komplexeres Angebot. Worauf müssen sie bei der Buchung achten? Und ist, wo billig draufsteht, auch wirklich immer billig drin?

Kosten für das Gepäck beachten

Exklusiv für die «Handelszeitung» hat die Reisesuchmaschine Kayak die gefragtesten Europa-Destinationen für den kommenden Sommer ab den Flughäfen Basel, Genf und Zürich erhoben und die durchschnittlichen Ticketpreise sowie die Kosten für das erste Gepäckstück ermittelt (siehe Bildergalerie). Kayak ist Teil der US-amerikanischen Priceline Group, zu der auch das Hotel-Portal Booking.com gehört.

In der Kayak-Untersuchung zeigt sich, dass spanische Destinationen – wohl auch wegen der politischen Unsicherheiten im östlichen Mittelmeer – am stärksten nachgefragt werden. «Die Balearen und Barcelona liegen an allen drei Flughäfen in den Top fünf, das ist ein erstaunlich deutliches Ergebnis», sagt Julia Stadler von Kayak.

In Basel und Genf dominiert Easyjet

Bei der Erhebung der durchschnittlich günstigsten Ticketpreise kommen Kunden – mindestens in Basel und Genf – nicht um die Farbe Orange herum: ­«Easyjet hat gemäss unserer Analyse bei einer Vielzahl der von Genf und Basel angeflogenen Destinationen die Preisführerschaft», sagt Stadler.

Dass Kayak zu den Tarifen die Kosten für das erste Gepäckstück ermittelte, hat seinen Grund: «Flugpassagiere sollten nicht nur auf die nackten Flugkosten schauen, sondern auch optionale Zusatzgebühren wie Gepäckkosten und Zahlungsgebühren im Auge behalten», rät Stadler. 

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