Bereits für die ersten neun Monate 2010 konnte Auto-Schweiz, die Vereinigung der Auto-Importeure, einen positiven Verlauf der Neuwagenverkäufe melden. Dieser Trend hat sich auch im Oktober bestätigt: Mit einem Plus von 5,7 Prozent und somit insgesamt 24 133 neu immatrikulierten Autos wurde der Vorjahresmonat um rund 1300 Einheiten übertroffen. Das freut die Branche - und das Ziel, 2010 die 275 000er-Grenze bei den Neuwagenverkäufen übertreffen zu können, rückt in greifbare Nähe. «Im laufenden Jahr befinden wir uns klar auf Zielkurs», stellt denn auch Auto-Schweiz-Direktor Andreas Burgener fest. «Und die Zeichen dafür, dass es im kommenden Jahr weiter aufwärts gehen wird, stehen ebenfalls gut.»

Die positiven wirtschaftlichen Aussichten haben die Schweizer Autoimporteure dazu veranlasst, für 2011 die folgenden Absatzprognosen festzulegen (Prognose 2010 jeweils in Klammern): Personenwagen 290 000 (280 000), leichte Nutzfahrzeuge 24 500 (23 000) sowie schwere Nutzfahrzeuge 3600 (3300).

Es fehlen die staatlichen Kaufanreize

Von derartigen Wachstumsraten können Europas Händler nur träumen. Im vergangenen Monat sind in der Europäischen Union mit gut 1 Million Einheiten fast 17 Prozent weniger neue Personenwagen auf die Strassen gekommen als vor einem Jahr, teilt der europäische Herstellerverband ACEA mit.

Die «Welt» in Deutschland schreibt, dass in allen fünf grossen EU-Ländern die Neuzulassungen mit hohen zweistelligen Raten schrumpften - am höchsten in Spanien, wo knapp 38 Prozent weniger Autos verkauft wurden. Der Grund für den Rückgang lässt sich leicht ausmachen: Es fehlen die staatlichen Kaufanreize. Das gilt speziell auch für Deutschland: Grob gerechnet sanken die Verkäufe im Vorjahresvergleich im Oktober um gegen 20 Prozent.

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Hohe Wachstumsraten erzielen die Autobauer längst nicht mehr in Europa, sondern in Schwellenländern wie China. Auf dem inzwischen grössten Automarkt der Erde legte der Absatz im vergangenen Monat nach Angaben des deutschen Verbandes der Automobilindustrie (VDA) um 29 Prozent zu. Auch in den USA erholte sich der Markt für PW und leichte Nutzfahrzeuge weiter (+13 Prozent).

Sinkflug setzte schon im Frühjahr ein

In der EU dagegen sanken die PW-Neuzulassungen seit Jahresbeginn um 5,5 Prozent auf 11,3 Millionen Fahrzeuge. Marktführer Volkswagen verkaufte in den ersten zehn Monaten 5,1 Prozent weniger Fahrzeuge als vor Jahresfrist. Der französische Rivale Renault setzte indes 7 Prozent mehr ab als zuletzt. Vor allem die zum Konzern gehörende Billigmarke Dacia legte kräftig zu (plus 10,5 Prozent), dies auch in der Schweiz. Europas Nummer zwei, Peugeot, verkaufte 1,7 Prozent weniger. Auch die GM-Tochter Opel konnte den Verkaufsrückgang nicht stoppen: Minus 9 Prozent. Noch höher fiel das Zulassungsminus allerdings beim japanischen Autobauer Toyota aus, der einen Rückgang um 17,7 Prozent verbuchte. Dagegen verkaufte BMW knapp 4 Prozent mehr.