Josef Ackermann hat sich bei seiner Buchvernissage auch zum abrupten Abgang beim Versicherungskonzern Zurich geäussert. Er wies jegliche Verantwortung für den Suizid des Finanzchefs Pierre Wauthier von sich.

«Dass ich in einem Brief verantwortlich oder mitverantwortlich gemacht werde, muss ich in aller Entschiedenheit zurückweisen», sagte er in Berlin. Ackermann war nach dem Selbstmord vor zwei Wochen von seinen Posten als Verwaltungsratspräsident von Zurich zurückgetreten.

Er habe Grund zur Annahme, dass die Familie von Wauthier meint, er solle seinen Teil der Verantwortung tragen, ungeachtet dessen, wie unbegründet dies auch sein mag, liess Ackermann damals verlauten.

«Ich wäre mit Bestimmtheit in meiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt gewesen», sagte nun der ehemalige Chef der Deutschen Bank zur Begründung auf Vorwürfe der Familie Wauthiers. Diese habe weitere Schritte gegen ihn angedroht, darunter Medienveröffentlichungen.

Gespräche mit Wauthier immer fair

Seine seltenen Gespräche mit Wauthier seien immer fair verlaufen, erklärte Ackermann bei der Vorstellung seiner Biografie «Späte Reue». Ackermann erklärte an dem Anlass seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat von Siemens.

Anzeige

Beide Entscheide stünden aber nicht miteinander in Zusammenhang, betonte der 65-Jährige. «Diskrepanzen in Stil und Fairnessfragen» hätten den Ausschlag dafür gegeben, dass er bei Siemens das Vizepräsidium des Kontrollgremiums aufgebe.

(sda/rcv/aho)