Unter grossem Medienandrang hat am Dienstag in München der Betrugsprozess gegen Deutsche-Bank -Co-Chef Jürgen Fitschen, seinen Vorgänger Josef Ackermann und drei weitere Top-Banker begonnen. In dem engen Saal des Landgerichts waren alle 50 Beobachterplätze restlos besetzt. Mit den fünf Bankern und 17 Rechtsanwälten herrschte auch auf der Anklagebank Gedränge. Noch nie war ein Dax-Konzern dort so prominent vor Gericht vertreten. Fitschen, seine Vorgänger Ackermann und Rolf Breuer sowie die früheren Vorstände Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck betraten den Gerichtsaal schweigend mit ernsten Gesichtern und stellten sich vor Verhandlungsbeginn den Pressefotografen und Kameraleuten.

Die Manager sind angeklagt, im Gerichtsverfahren um Schadenersatzforderungen von Medienmogul Leo Kirch die Justiz belogen zu haben. Sie sollen mit Falschaussagen versucht haben, eine milliardenschwere Schadenersatzklage von Kirch abzublocken. Der Unternehmer, der 2011 starb, hatte die Deutsche Bank für die Pleite seines Medienimperiums verantwortlich gemacht.

110 Seiten Anklageschrift

Zwar einigte sich die Bank mit Kirchs Erben auf einen Vergleich. Doch die Staatsanwaltschaft spricht von schwerem Betrugsversuch, der mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Das Gericht hat vorerst 13 Verhandlungstage bis September angesetzt. Drei Staatsanwälte waren angetreten, um die 110-seitige Anklage zu verlesen. Allein dafür rechneten Prozessteilnehmer mit mehreren Stunden.

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(reuters/me)