Der Ableger von Actelion soll nach der Übernahme des Basler Pharmaunternehmens durch den US-Konzern Johnson&Johnson bereits im Juni an der Schweizer Börse starten. Das Spin-off wird rund 600 Personen der heute etwa 2500 Actelion-Mitarbeiter umfassen.

Das sagte der derzeitige Actelion-Chef und künftige CEO des neuen Forschungs- und Entwicklungsunternehmen, Jean-Paul Clozel, am Donnerstag an einer Medienkonferenz am Firmensitz in Allschwil BL. Das neue Unternehmen werde mit einer Entwicklungspipeline von 14 Produkten und mit Mitteln über rund einer Milliarde Franken beginnen.

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Einkommensquelle vorhanden

«Und wir haben einen grossen Bruder, der bis zu 32 Prozent am Unternehmen halten wird», sagte Clozel. Welches der Entwicklungsprodukte er für besonders vielversprechend halte, wollte er auf Nachfrage allerdings nicht verraten. «Wir mögen alle Produkte.»

Die neue Gesellschaft werde auch bereits eine Einkommensquelle haben. Sie werde Lizenzgebühren für das an Johnson&Johnson übertragene Entwicklungsprodukt Ponesimod gegen Multiple Sklerose und das Antibiotikum Cadazolid erhalten.

Äusserst interessante Transaktion

Der Actelion-Chef zeigte sich sehr enthusiastisch über die erreichte Vereinbarung mit Johnson&Johnson. Mit der gleichzeitigen Abspaltung der Forschungsaktivität handle es sich um eine äusserst interessante Transaktion. Für die Investoren bedeute das auch, dass sie nun die Wahl hätten, ob sie künftig auch in ein risikobehaftetes Pharma-Startup investieren wollten.

Er selbst sei zunächst einer Übernahme ablehnend entgegengestanden, räumte Clozel ein. Bei Gesprächen über mehrere Monate sei aber eine gute Lösung gefunden worden. Actelion habe eine wohl einmalige «Medikamentenentdeckungs-Maschine» aufgebaut, für die es bei einer Integration in einen grossen Pharmakonzern wohl starke Überlappungen gegeben hätte.

Bei der Übernahme sei es nicht um Synergien gegangen, betonte seinerseits Johnson&Johnson-Vertreter Paul Stoffel vor den Medien: Das übernommene Actelion-Geschäft sei zum bestehenden J&J-Pharmageschäft völlig komplementär. Entsprechend sahen die Vertreter des US-Pharmamultis auch keinen Grund zur Beunruhigung für die Actelion-Angestellten. Zudem habe Johnson&Johnson in der Schweiz rund 6000 Angestellte, was den Actelion-Mitarbeitenden entsprechende Perspektiven gebe.

Actelion-Chef Jean-Claude Clauzel über den Kauf durch Johnson&Johnson:

(sda/me)