Die Schweizer Biotechfirma Actelion will durch einen Zukauf in den USA ihre Produktpalette verbreitern. Actelion erwirbt die im Privatbesitz befindlichen Firma Ceptaris Therapeutics unter der Bedingung, dass deren Hautkrebsmedikament Valchlor zugelassen wird.

Actelion leistete nach Angaben eine Vorauszahlung von 25 Millionen Dollar für die in Malvern im US-Bundesstaat Pennsylvania ansässige Firma. Falls der Kauf zustande kommt, fliessen weitere 225 Millionen Dollar und zusätzlich erfolgsabhängige Zahlungen in ungenannter Höhe an die Eigentümer. Actelion ist es bislang nicht gelungen, die Abhängigkeit von seinem Lungenmedikament Tracleer zu verringern, das fast 90 Prozent des Produktumsatzes beisteuert.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Umsatzrenner wachsender Konkurrenz ausgesetzt

Valchlor ist zur Behandlung des sogenannten kutanen T-Zell-Lymphoms Mycosis Fungoides gedacht. Der in dem Haut-Gel enthaltene Wirkstoff Mechlorethamin wird bereits eingesetzt, allerdings nicht in standardisierter Form. Die US-Arzneimittelbehörde FDA will spätestens am 27. August über die Zulassung von Valchlor entscheiden.

Actelions Umsatzrenner Tracleer zur Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck im Lungenkreislauf ist wachsender Konkurrenz durch das Gilead-Medikament Letairis ausgesetzt. Zudem läuft 2015 in wichtigen Ländern der Patenschutz aus, womit günstigere Generika auf den Markt kommen können. Der Tracleer-Nachfolger Opsumit durchläuft derzeit den Zulassungsprozess und soll noch dieses Jahr auf den Markt kommen.

Finanzieren will der Konzern aus Allschwil nahe Basel die Ceptaris-Übernahme mit eigenen Mitteln. Im kommenden Jahr soll der Zukauf bereits Geld einbringen.

(muv/reuters)