Das Biopharma-Unternehmen Actelion hat im ersten Semester 2016 den Umsatz um 17 Prozent auf 1,18 Milliarden Franken gesteigert, in lokalen Währungen betrug der Anstieg 13 Prozent. Getragen wurde die Verkaufszunahme vom Medikament Opsumit, das den derzeitigen Hauptumsatzträger Tracleer ablösen soll. Der Kern-Betriebsgewinn verbesserte sich um 18 Prozent auf 499 Millionen Franken, zu konstanten Wechselkurse (kWk) betrug das Gewinnwachstum 11 Prozent. Für das Gesamtjahr 2016 hebt das Unternehmen ein weiteres Mal seine Prognose an.

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Das Actelion-Wachstumsprodukt Opsumit setzte den schnellen Verkaufsanstieg weiter fort, wie dem am Donnerstag vorgelegten Halbjahresabschluss zu entnehmen ist. Das Medikament zur Therapie von Lungenbluthochdruck (pulmonale arterielle Hypertonie, PAH) kam im ersten Semester auf einen Umsatz von 378 Millionen Franken, nachdem die Verkäufe in derselben Vorjahresperiode noch 208 Millionen Franken betragen hatten.

Tracleer setzt weniger um

Der Umsatz des noch immer meistverkauften Medikaments Tracleer bildete sich im ersten Halbjahr weiter zurück und erreichte noch 546 Millionen Franken (VJ 645 Millionen). Tracleer steht nach dem Patentverfall in den USA sowie wegen neuerer Produkten unter Druck. Allerdings ist in den USA bisher noch kein Tracleer-Generikum auf den Markt gekommen.

Mit dem Semesterabschluss hat Actelion die Konsensschätzungen der Analysten übertreffen können. Im Durchschnitt (AWP-Konsens) wurde ein Umsatz von 1'158 Milliarden Franken und ein Kerngewinn von 490 Millionen Franken erwartet worden. Die Tracleer-Verkäufen waren im Schnitt bei 552 Millionen Franken prognostiziert worden, die Opsumit-Umsätze mit 371 Millionen und auch die Uptravi-Verkäufe wurden mit 65 Millionen niedriger erwartet.

Prognosen für das Gesamtjahr erhöht

Das Actelion-Management hat aufgrund der Zahlen seine Prognosen für das Gesamtjahr 2016 zum zweiten Mal nach oben revidiert. Neu wird ein «Wachstum des Kernbetriebsgewinns zwischen 13 und 14 Prozent, zu konstanten Wechselkursen» erwartet. Die letzte Prognose im April lautete auf ein Wachstum des Kern-EBIT im hohen einstelligen Prozentbereich gelautet.

Am Markt ist das Semesterergebnis und die erneute Prognoseerhöhung positiv aufgenommen worden. Actelion habe mit ausgezeichneten Ergebnisse die Markterwartungen deutlich geschlagen, loben etwa die ZKB-Analysten. Nach einem zwischenzeitlichen neuen Allzeithoch von 179 Franken haben die Titel allerdings ins Minus gedreht.

Actelion-CEO Jean-Paul Clozel erläutert im Video-Interview, für wann er die Einführung eines Generikums für den bisherigen Blockbuster Tracleer in den USA erwartet, warum eine Einigung aller Generikahersteller beim REMS-Programm so lange dauert und weshalb die Actelion-Aktie weiter durch die Decke geht.

(awp/gku/ama/jfr)