Ein Lizenzstreit mit der japanischen Asahi Kasei, Abschreiber in Südeuropa, eine gescheiterte Übernahme und ein ressourcenbindender Machtkampf überschatteten das Ergebnis. Aber auch der Umsatz ging um 7 Prozent auf 1,79 Milliarden Franken. zurück. Dabei wirkte sich die Frankenstärke aus: In Lokalwährungen legte Actelion laut Mitteilung vom Dienstag um 5 Prozent zu.

1,52 Milliarden Franken des Umsatzes erzielte Actelion mit dem Lungenbluthochdruck-Medikament Tracleer, 2010 waren es noch 1,63 Milliarden Franken. Nach zehn Jahren ununterbrochen steigender Umsätze sei Actelion aufgrund eines äusserst schwierigen Preisumfeldes und eines reifenden Produktportfolios in einer Übergangsphase, wird Firmenchef Jean-Paul Clozel im Communiqué zitiert.

Actelion bereite sich darauf vor, neue Produkte auf den Markt zu bringen. In den nächsten Wochen sollen Ergebnisse zur breit angelegten (Phase-III-) Studie über den Medikamentenkandidaten Macitentan bei arteriellem Lungenbluthochdruck publiziert werden. Später im laufenden Jahr soll eine Studie für ein Multiple-Sklerose-Medikament beginnen.

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Teurer Rechtsstreit

Für den Rechtsstreit mit der japanischen Asahi Kasei musste Actelion 2011 Kosten für Schadenersatz von 340,6 Millionen Franken verbuchen. Das Unternehmen hat gegen den Gerichtsentscheid zugunsten von Asahi Kasei jedoch Beschwerde erhoben. Der Streit dreht sich um die Lizenz- und Entwicklungsvereinbarung für einen Wirkstoff.

Für Verluste sorgte auch die Schuldenkrise in Südeuropa: Debitorenabschreiber von 43 Millionen Franken gehen grossteils auf von öffentlichen Spitälern und Einrichtungen geschuldete Beträge zurück.

Zudem mussten auf finanzielle Vermögenswerte 24,7 Millonen Franken abgeschrieben werden, nämlich auf griechische Anleihen und auf die Option zum Kauf des französischen Forschungsunternehmens Trophos, welche aufgegeben wurde.

Die schwierige Lage bei Actelion - für den Hauptumsatzträger Tracleer beginnt der Patentschutz abzulaufen - rief Kritiker auf den Plan. Der Hedgefonds Elliott Advisors scheiterte aber im Mai an der Generalversammlung in einem Machtkampf um die Abberufung des Managements.

2012 weitere Einbussen

Trotz des grossen Verlustes will Actelion eine zum Vorjahr unveränderte Dividende von 80 Rappen pro Aktie entrichten. Für 2012 geht Actelion von einem weiteren Rückgang des Produkteumsatzes - «in lokalen Währungen im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich» - aus. Der Kerngewinn soll aber gehalten werden. Actelion zählt 2570 Beschäftigte, davon über 1000 am Sitz in Allschwil BL.

(vst/sda)