Das Biopharma-Unternehmen Actelion hat nach einem bereits starken ersten Vierteljahr 2014 auch im zweiten Quartal nichts an Dynamik eingebüsst und weist für das Halbjahr markante Zuwachsraten in allen Bereichen aus. Der Produktumsatz stieg in der Berichtsperiode um 12 Prozent auf 993  Millionen Franken; zu konstanten Wechselkursen (kWk) betrug der Anstieg 17 Prozent. Unter Ausschluss der Auflösung von Rückstellungen für Rabatte in den USA betrug die Zuwachsrate zu kWk 11 Prozent.

Vom Umsatz entfielen 791  Millionen auf das Hauptprodukt Tracleer, das bei Lungenhochdruck (pulmonale arterielle Hypertonie, PAH) eingesetzt wird. Der Tracleer-Absatz sei damit in Schweizer Franken um 3 Prozent und zu kWk um 8 Prozent gestiegen, teilt das Unternehmen am Dienstag mit.
Das Ende 2013 in den USA am Markt eingeführte Nachfolgeprodukt Opsumit erzielte einen Umsatz von 53  Millionen, nach 15  Millionen in den ersten drei Monaten.

Rabattrückstellungen in den USA

Der US-GAAP EBIT wird mit 347  Millionen Franken um 32 Prozent (+42 Prozent kWk) höher ausgewiesen und der Kern-EBIT erreicht 421  Millionen (+27 Prozent in Franken; +35 Prozent kWk). Unter dem Strich bleibt ein Kern-Reingewinn von 378  Millionen, was einer Zunahme um 40 Prozent in Franken beziehungsweise um 49 Prozent zu kWk entspricht. Der Reingewinn wird mit 420  Millionen ausgewiesen (+111 Prozent in Franken; +126 Prozent zu kWk).

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Der Halbjahresabschluss wurde allerdings durch die Auflösung von Rabattrückstellungen in den USA im Umfang von 54  Millionen CHF mitgeprägt. Dabei wurden gemäss Mitteilung im Berichtshalbjahr 61  Millionen aufgelöst, nach 7,5  Millionen in der Vergleichsperiode.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Actelion die Markterwartungen in allen Belangen deutlich übertroffen, wobei allerdings die Auflösung von Rabattrückstellungen nicht in die Schätzungen eingeflossen sein dürfte. Analysten hatten im Vorfeld gemäss AWP-Konsens mit einem Produktumsatz von 936,6  Millionen Franken und einem Tracleer-Umsatz von 750,0  Millionen gerechnet. Der Kern-EBIT und EBIT wurde bei 363,3  Millionen beziehungsweise 292,8  Millionen erwartet und der Reingewinn bei 245,0  Millionen. Den Umsatz von Opsumit schätzten die Analysten auf 32,2  Millionen.

CEO Clozel zeigt sich zufrieden

CEO Jean-Paul Clozel äussert sich in der Mitteilung entsprechend zufrieden mit den Halbjahreszahlen: «In der ersten Jahreshälfte 2014 haben wir bei der Umsetzung unserer Strategie grosse Fortschritte erzielt.» Auf der Basis der Entwicklung in den ersten sechs Monaten hat das Management die Prognose für das Ganzjahr 2014 erhöht.

Neu stellt das Management ein Mindestwachstum des Kerngewinns von zwischen 10 und 20 Prozent in Aussicht und ohne die Auflösung der Rabattrückstellungen für Patientenunterstützungsprogramme eine Zunahme von mindestens im tiefen zweistelligen Bereich (zu kWk). Die Anhebung der Guidance wurde bereits anlässlich der Veröffentlichung der Erstquartalszahlen Mitte April in Aussicht gestellt. Im Februar prognostizierte das Mangement für 2014 noch ein Wachstum des Kerngewinns im niedrigen einstelligen Bereich.

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(awp/me/sim)