Eine Woche nachdem Johnson&Johnson (J&J) seine Übernahmegespräche mit der Allschwiler Actelion als beendet erklärt hatte, meldet Actelion nun neue Gespräche mit dem US-Konzern. Diesmal seien es «exklusive Verhandlungen» um eine «mögliche strategische Transaktion».

Es gebe keinerlei Gewähr, dass diese Diskussionen zu einer Transaktion führten, teilte Actelion nach Börsenschluss mit. Das Baselbieter Biotechunternehmen will auch keine zusätzlichen Kommentare zu diesen Gesprächen abgeben, ausser es dränge sich auf oder eine Vereinbarung werde erzielt.

Übernahmepoker

Actelion befindet sich seit Wochen in Übernahmeverhandlungen, die auch den Kurs beflügelten. Am vergangenen Mittwoch hatte allerdings J&J bekanntgegeben, die Gespräche mit Actelion über eine allfällige Akquisition zu beenden, da beim damaligen Stand für die eigenen Aktionäre kein Mehrwert herausgeschaut hätte.

Actelion hatte damals ihrerseits mitgeteilt, noch mit einem anderen Interessenten «in Gesprächen über eine mögliche strategische Transaktion» zu sein. Laut übereinstimmenden Medienberichten handelte es sich dabei um Sanofi, was Actelion indes nicht kommentieren wollte.

Bis zu 26 Milliarden Dollar

Analysten waren ursprünglich davon ausgegangen, dass der Pharma- und Konsumgüterkonzern J&J für Europas grösste Biotechfirma bis zu rund 26 Milliarden Dollar auf den Tisch legen muss. Die hoch profitable Actelion mit Sitz in Allschwil bei Basel gilt seit längerem als Übernahmekandidat.

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2015 machten Gerüchte die Runde, dass der britische Pharmakonzernen Shire mit einem Übernahmeversuch gescheitert sei. Im Jahr 2011 wehrte Actelion erfolgreich einen Versuch des Finanzinvestors Elliott ab, die Kontrolle zu übernehmen. Actelion erzielte 2015 mit rund 2500 Angestellten zwei Milliarden Franken Umsatz und einen Gewinn von 552 Millionen Franken.

(sda/cfr)