Actelion tritt auf die Kostenbremse: Geplant ist der Abbau von bis zu 135 Stellen in Forschung und Entwicklung sowie in der Administration, wie das angeschlagene Baselbieter Biotechnologie-Unternehmen mitteilte. «Davon könnten etwa 115 Stellen in Allschwil, Schweiz, betroffen sein», heisst es.

Man sei bestrebt, die voraussichtliche Zahl der Stellenstreichungen durch natürliche Fluktuation, Frühpensionierungen und vergleichbare Massnahmen zu reduzieren, so Actelion. Das Unternehmen habe ein Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmervertretung in Allschwil eingeleitet. Nach Beendigung dieses Prozesses beabsichtige man einen Sozialplan vorzulegen und das Programm vor Ende 2012 zum Abschluss zu bringen.

Actelion zählt weltweit über 2500 Arbeitsplätze, davon mehr als 1000 in Allschwil.

Fokus auf seltene Krankheiten

Mit dem Kostensparprogramm will das Unternehmen bis Ende 2012 «den zahlreichen Herausforderungen begegnen, mit denen sich das Unternehmen derzeit konfrontiert sieht». Das teilte der Biopharmakonzern am Morgen mit. Zu diesen Herausforderungen zählt das Unternehmen den starken Franken, die wachsende Konkurrenz aus den USA und das «schwierige Preis- und Rückerstattungsumfeld in Europa».

Actelion will «ausreichend Spielraum für Investitionen schaffen, um seine Chancen im Bereich pulmonale arterielle Hypertonie optimal nutzen zu können». Gleichzeitig richtet das Unternehmen seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten neu aus und will sich künftig auf seltene Krankheiten und Arzneimittelspezialitäten konzentrieren. Mittelfristig soll so ein zweites Standbein seines Spezialitätengeschäfts aufgebaut werden, heisst es.

Forschungsprojekte werden eingestellt

«Die Neuausrichtung der Forschung & Entwicklung (F&E) von Actelion dürfte in geringeren und gezielteren Ausgaben für F&E-Projekte resultieren», schreibt der Konzern. «Im Zuge der Überprüfung des F&E-Portfolios werden Projekte, die nicht mit der neuen Strategie im Einklang stehen, entweder eingestellt oder für Partnerschafts- oder Lizenzabkommen freigegeben.» Die Kostensparmassnahmen sollem Ende 2012 zu greifen beginnen und 2013 verstärkte Wirkung zeigen.

Actelion hatte für 2011 einen Verlust von 146,2 Millionen Franken ausgewiesen. Im April musste die Entwicklung eines neuen Medikaments aufgegeben werden. Dagegen erwies sich das Lungenmedikament Macitentan, das dereinst den Hauptumsatzträger Tracleer ablösen soll, in einer spätklinischen Phase als wirksam und sicher.

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(tno/vst/sda)