Wegen einer schlechten Geschäftsentwicklung in Deutschland und Österreich hat der Personalvermittler Adecco im dritten Quartal einen grossen Goodwill-Abschreiber vorgenommen. Das brockte ihm einen Verlust von 513 Millionen Euro ein. Der Umsatz stieg organisch um vier Prozent.

Im Vorjahr hatte noch ein Gewinn von 198 Millionen Euro resultiert. Wie Adecco am Donnerstag mitteilte, beläuft sich der Goodwill-Abschreiber auf 740 Millionen Euro. Die Berichtigung wurde aufgrund eines Werthaltigkeitstests vorgenommen.

Schwächerer Ausblick auf Märkte

Dieser basierte auf bereits geänderten und ins Auge gefassten Regulationen in Deutschland und dem schwächeren Ausblick für verschiedene Märkte. Vom Gesamtbetrag entfallen 648 Millionen Euro auf die Geschäfte in Deutschland und Österreich.

82 weitere Millionen gehen auf Neuseeland und Australien zurück. Auf Indien entfallen 10 Millionen Euro. Nach Adecco-Angaben ist die Wertberichtigung nicht cash-relevant und bleibt ohne Einfluss auf die Dividendenpolitik.

Gewinnprognose gekürzt

Den Umsatz steigerte Adecco organisch und zu konstanten Wechselkursen um vier Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen weiter mit. Zu dem Wachstum trugen alle Stellenkategorien ausser einer bei. Am meisten legte die Industriekategorie mit sieben Prozent zu.

Vor Zinsen, Steuern und Amortisation (Ebitda) resultierte ein Gewinn von 326 Millionen Euro. Die um Einmaleffekte bereinigte operative Rendite erreichte 5,2 Prozent und nicht mehr wie zuletzt 5,5 Prozent. Das dürfte sich im laufenden Jahr nicht bessern, schreibt Adecco und kürzte damit die Gewinnprognose.

Indiz für Entwicklung der Wirtschaft

Der Betriebsverlust belief sich auf 425 Millionen Euro nach 266 Millionen Euro Gewinn im Vorjahresquartal.

Die Geschäftsentwicklung von Personalvermittlern wie Adecco gilt gemeinhin als Indiz für die wirtschaftliche Prosperität. Denn wenn das Geschäft bei Unternehmen anzieht, sind flexible Arbeitskräfte als erstes gefragt.

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(sda/dbe)